Im Fokus der Öffentlichkeit

Kroos kritisiert: "Die mediale Aufmerksamkeit wird immer extremer"

Mit Frau Jessica (l.) und Töchterchen auf dem Arm feierte Toni Kroos 2018 den Triumph im Finale der Champions League.
Mit Frau Jessica (l.) und Töchterchen auf dem Arm feierte Toni Kroos 2018 den Triumph im Finale der Champions League. (Foto: imago)

Toni Kroos, Weltmeister von 2014 und Mittelfeld-Star von Real Madrid, hat schon des Öfteren in seiner Karriere negative Kommentare aus den sozialen Netzwerken abbekommen. Der Name "Querpass-Toni", der an ihm haftet, gehört sicher noch zur milderen Kategorie. Der 31-Jährige kritisiert aber auch die Berichterstattung der Medien.

Ein Profifußballer steht immer im Fokus der Öffentlichkeit. "Ich habe sehr häufig das Gefühl, beobachtet zu werden", gestand Kroos im Interview mit t-online. "Und meist ist es ja nicht nur ein Gefühl, sondern eine Tatsache. Ich vermeide daher einige öffentliche Situationen", erzähle der viermalige Champions League-Sieger, der seit 2014 für Real Madrid aufläuft.

Kroos schaltet gern auch mal in den Familienmodus

Sich den Wünschen der Fans hinzugeben, ist für Kroos kein Problem. "Ich mache gerne Fotos und schreibe Autogramme", verriet der in Greifswald geborene Kicker. "Aber die Leute müssen bei mir ab und an auch mal ein Nein akzeptieren", ergänzte er. Das ist vor allem dann der Fall, wenn Kroos im Kreise der Familie ist: "Wenn ich mit meinen Kindern unterwegs bin, da möchte ich nicht, dass sie gestört werden. Dann ist Familienmodus und meine Aufmerksamkeit gehört ihnen. In diesen Momenten appelliere ich gerne mal an den gesunden Menschenverstand."

"Die mediale Aufmerksamkeit wird immer extremer"

Doch nicht nur auf offener Straße muss sich der Ex-Nationalspieler schützen. Auch beim Umgang mit der Presse hatte es Kroos nicht immer einfach. "Die mediale Aufmerksamkeit des Profifußballs wird immer extremer – und das meine ich in der Tat eher negativ", merkte er an und erklärte: "Also die Berichterstattung über den Sport, aber auch über Geschichten drumherum. Kleine Dinge werden viel zu häufig zu groß gemacht."

Der Einfluss der Presse und der sozialen Medien

Die Berichterstattung sei daher "entweder Kreis- oder Weltklasse". Kroos begründete: "Weil einfach eine große Sensationsgeilheit vorhanden ist und sich dementsprechend besser verkauft. Ein Beispiel: Häufig wird ja gefordert, dass die Spieler nicht nur 'Wischi-Waschi' erzählen sollen. Aber wenn einer dann mal klar spricht, es aber nicht jedem passt, wird er auch schnell wie die Sau durch das Dorf getrieben." Vom Einfluss der sozialen Netzwerke ganz abgesehen! "Es ist gefährlich, wenn man nicht damit umzugehen weiß", warnte Kroos.

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Tom Jacob  
13.09.2021