Neuer Sportchef legt Wert auf eigene Talente

Krösche: "Die Nachwuchsarbeit ist die Lebensader eines Klubs"

Markus Krösche peilt einen Umbruch im Frankfurter Nachwuchs an. Foto: Imago.
Markus Krösche peilt einen Umbruch im Frankfurter Nachwuchs an. Foto: Imago.

Eintracht Frankfurt ist es in den vergangenen Jahren gelungen, Neuzugänge weiterzuentwickeln und später mit einem deutlichen Gewinn zu verkaufen. Der neue Sportchef Markus Krösche legt aber auch Wert darauf, dass der eigene Nachwuchs nicht vernachlässigt wird.

Die einstige Büffelherde um Sebastien Haller, Ante Rebic und Luka Jovic steht sinnbildlich für die Entwicklung von Eintracht Frankfurt in den vergangenen fünf Jahren. Das Sturm-Trio sorgte bei den Hessen für Furore und hatte einen maßgeblichen Anteil am Gewinn des DFB-Pokals im Jahr 2018 sowie am Halbfinal-Einzug in der Europa League in der darauffolgenden Saison. Anschließend brachten Haller und Jovic der Eintracht sehr viel Geld ein, während Rebic den Klub im Tausch mit Top-Stürmer Andre Silva (28 Bundesligatore in der Saison 2020/21) verlassen hat.

Krösche will sich auf den Nachwuchs konzentrieren

Auch die Entwicklung von Evan Ndicka, Filip Kostic oder Daichi Kamada zeigt, dass sich sowohl jüngere als auch gestandene Spieler am Main weiterentwickeln können. Der neue Sportvorstand Markus Krösche will in Zukunft aber einen größeren Wert auf den hauseigenen Nachwuchs legen: "Ich werde bald mit den Beteiligten sprechen, weil Nachwuchsarbeit ein Stück weit die Lebensader eines Klubs ist. Wenn die Nachwuchsarbeit nicht funktioniert, ist es nicht nur das Problem des Nachwuchses, genauso umgekehrt", sagte Krösche im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau und betonte: "Der Profibereich muss seine Türen öffnen, der Nachwuchsbereich muss die Entwicklung der Spieler und nicht das Ergebnis in den Fokus rücken."

"Bis man Veränderungen spürt, braucht es etwa fünf Jahre"

"Alle zwei, drei Jahre" soll ein Talent in den Profikader integriert werden, formuliert Krösche die Zielsetzung. Gleichwohl ist sich der 40-Jährige bewusst, dass dieser Prozess viel Anlaufzeit benötigen wird: "Bis man Veränderungen im Nachwuchs spürt, braucht es etwa fünf Jahre." Mit sofortigen Resultaten ist daher keineswegs zu rechnen, vielmehr dürfte sich erst nach seinem Vertragsende im Sommer 2025 zeigen, wie ertragreich seine Ideen sind.

Florian Bajus  
05.06.2021