Spätes Remis in Hoffenheim

Kramer ehrlich: "Das Unentschieden ist schmeichelhaft"

Christoph Kramer (l.) war mit dem Punkt in Hoffenheim zufrieden. Foto: Getty Images.
Christoph Kramer (l.) war mit dem Punkt in Hoffenheim zufrieden. Foto: Getty Images.

Borussia Mönchengladbach sammelte am 17. Spieltag den 19. Saisonpunkt. In den Augen von Christoph Kramer war das Remis gegen 1899 Hoffenheim (1:1) jedoch schmeichelhaft. Allen voran die Leistung im eigenen Ballbesitz wertet der Mittelfeldspieler kritisch.

Die TSG Hoffenheim verzeichnete 60 Prozent Ballbesitz, hatte 22:11 Torschüsse auf ihrem Konto, erzielte gegen Borussia Mönchengladbach aber erst in der Nachspielzeit durch Kevin Akpoguma den Ausgleich. Zuvor lief die Mannschaft von Sebastian Hoeneß 55 Minuten lang einem Rückstand hinterher, nachdem Breel Embolo die Borussia nach einem Eckball in Führung gebracht hatte (35.).

Kramer: "Die Leistung hat heute nicht gestimmt"

Der Ärger über den späten Ausgleich war bei Gladbachs Sportdirektor Max Eberl groß, Christoph Kramer aber konnte angesichts der dürftigen Leistung mit dem Punktgewinn leben: "Hätten wir die letzten Wochen nicht so viel berechtigte Kritik abbekommen, würde ich hier stehen und sagen: Was wir hier gespielt haben, so schlecht haben wir noch nie gespielt, wir haben jeden Ball nach vorne gebolzt. Das war natürlich nicht gut und das Unentschieden ist schmeichelhaft, aber darum ging es speziell heute einfach nicht", sagte der Mittelfeldspieler bei Sky. "Es ging um einen Punkt, den haben wir geholt. Es ist egal, wie. Die Leistung hat die letzten Wochen nicht gestimmt, die hat heute nicht gestimmt, wir haben trotzdem einen Punkt geholt. Das ist wichtig", betonte Kramer.

"Es wird ein verdammt hartes Brett, das wir bohren müssen"

Die Mannschaft gehe "mit einem Erfolgserlebnis in die Winterpause", sagte Kramer. In dieser sei es wichtig, die freien Tage dazu zu nutzen, abzuschalten und sich auf die Rückrunde vorzubereiten: "Es ist in solchen Phasen ganz schwer, einen Schritt nach vorne zu machen. Die Winterpause kommt uns sehr gelegen. Wir müssen Abstand gewinnen und wissen, dass es ein verdammt hartes Brett wird, das wir bohren müssen, bis wir wieder Fußball spielen, wie wir es gewohnt sind."

Unsichere Borussia: "Jeder Ball ist nach fünf Sekunden weg"

In den vergangenen Wochen stand die wackelige Defensive im Fokus, allen voran bei Flanken aus dem Spiel und bei Standardsituationen sah Gladbach selten gut aus. Allerdings kritisierte Kramer in Sinsheim das Verhalten im Ballbesitz: "Speziell in der zweiten Halbzeit kriegen wir es nicht hin. Wir halten den Ball und suchen die Aktion zum Tor, aber wir verlieren so viele Bälle, jeder Ball ist nach fünf Sekunden weg. Daran müssen wir ansetzen", so der Routinier, der ergänzte: "Gerade Hoffenheim hasst es, wenn sie nicht den Ball haben - aber sie hatten gefühlt 80 Prozent den Ball, wir lassen sie gar nicht laufen. Es liegt nicht daran, dass wir schlecht verteidigen oder uns Spieler fehlen. Es liegt am Gesamtkonstrukt, und das ist momentan nicht gut." Für Adi Hütter gilt es demnach, viele Baustellen zu schließen.

Florian Bajus  
18.12.2021