Zielsetzungen vor der Saison

Kramer: "Ausrufen von Zielen dient nur dazu, dass drumherum diskutiert werden kann"

Christoph Kramer äußert sich zum Thema Zielsetzung.
Christoph Kramer äußert sich zum Thema Zielsetzung. Foto: Getty Images

Christoph Kramer zählt zu der Sorte Profis, die einen anderen Blick auf das Fußball-Business haben. Das Thema Zielsetzung etwa betrachtet der Profi von Borussia Mönchengladbach als ein schwieriges.

"Im Fußball wird man immer gefragt, welche Ziele man hat, ob als Mannschaft oder einzelner Spieler", sagte Christoph Kramer gegenüber dem Magazin 11Freunde. Dabei gehe es zumeist um die Themen Meisterschaft, Champions League oder Nationalmannschaft. "Ich finde es unheimlich schwierig, darauf zu antworten. In der Bundesliga spielt man schließlich 34 Mal gegen gute Gegner und das in einer Sportart, bei der das "Glück" eine große Rolle spielt", so der Profi von Borussia Mönchengladbach.

Kramer nennt ein Beispiel

Die Fohlenelf habe dies selbst erleben müssen in der Saison 2018/19: "Bis zum 20. Spieltag spielen wir einen super Ball, verlieren dann aber gegen Wolfsburg und Berlin zwei Heimspiele, die wir nach den Spielverläufen niemals verlieren dürfen." Danach kam das Team völlig aus dem Tritt und verpasste am Ende den Einzug in die Königsklasse.

Paradoxon beim BVB

Kramer stellte fest: "Das Ausrufen von Zielen dient sowieso vor allem dazu, dass drumherum darüber diskutiert werden kann." Der Weltmeister zeigte ein Paradoxon auf: "Borussia Dortmund wurde letztes Jahr angeblich deshalb Zweiter, weil sie nie ausgesprochen haben, Meister werden zu wollen. In der abgelaufenen Saison wurden sie Zweiter, obwohl sie von Anfang an klar kommuniziert haben, dass sie Meister werden wollen."

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Christopher Michel  
08.08.2020