Ex-Nationaltrainer von Österreich verteidigt Alaba

Koller: "Da wurde ihm Unrecht getan. David ist nicht geldgierig"

Marcel Koller verteidigt David Alaba nach dem Vertragszoff mit dem FC Bayern (v.l.). Foto: Imago.
Marcel Koller verteidigt David Alaba nach dem Vertragszoff mit dem FC Bayern (v.l.). Foto: Imago.

Nach langen Verhandlungen entschloss sich David Alaba dazu, seinen Vertrag beim FC Bayern nicht zu verlängern. Bezogen auf Gerüchte, laut denen er den Klub aus monetären Gründen verlassen hat, erhält Alaba Rückendeckung vom ehemaligen österreichischen Nationaltrainer Marcel Koller.

Die Verhandlungen zwischen dem FC Bayern und David Alaba wurden zwischenzeitlich zu einer öffentlichen Schlammschlacht. Ehrenpräsident Uli Hoeneß erhob schwere Vorwürfe gegen Alaba-Berater Pini Zahavi, Sportvorstand Hasan Salihamidzic betonte derweil, es gebe in puncto Spielergehälter klare Grenzen und Herbert Hainer verkündete am ersten November vergangenen Jahres, der Klub habe sein Angebot zurückgezogen.

Geldgier? "Dazu ist David viel zu bodenständig"

In Medienberichten war stets von hohen Gehaltsforderungen die Rede, wenn Gründe für die gescheiterten Verhandlungen erörtert wurden. Alaba selbst betonte jedoch, monetäre Aspekte seien nicht ausschlaggebend für seine Entscheidung gegen den FC Bayern gewesen. Rückendeckung erhält er vom früheren österreichischen Nationaltrainer Marcel Koller: "Da wurde ihm Unrecht getan. David ist nicht geldgierig", sagte der 60-Jährige gegenüber Sport1 und betonte: "Er hat bei den Bayern von Anfang an gutes Geld verdient. Und sein Berater und seine Familie wissen, wie wertvoll er ist für einen Klub. Geld war für ihn bestimmt nicht das ausschlaggebende Argument. Dazu ist David viel zu bodenständig."

"Das war ein ganz normaler Vorgang"

Darüber hinaus würden knifflige Verhandlungen zwischen Klubverantwortlichen und der Spielerseite zum Tagesgeschäft gehören: "Ich denke, das war bei einem Spieler von Davids Klasse ein ganz normaler Vorgang. Bei solchen Transfers geht es um Millionen und da wird gezankt und natürlich will er (Pini Zahavi, d. Red.) für seinen Klienten das Beste rausholen", sagte Koller, der ergänzte: "Die Berater haben auf diesem Level sicher eine ganz andere Position als früher. Das wissen aber die Vereine, die diese Spieler in ihren Reihen haben."

"Alaba und Real Madrid passen perfekt zusammen"

Frühzeitig wurde über einen Wechsel von Alaba zu Real Madrid spekuliert, am 28. Mai gaben die Königlichen schließlich die Verpflichtung des österreichischen Nationalspielers bekannt. "Ich habe mich natürlich für David gefreut. Das ist der richtige Schritt zur richtigen Zeit", sagte Koller, der sich sicher ist, dass Alaba auch in Madrid eine tragende Rolle spielen wird: "David wird das meistern. Alaba und Real Madrid passen perfekt zusammen."

Florian Bajus  
09.06.2021