"Spielerisch hat mich das nicht überzeugt"

Kohler: BVB fehlt "absolute Gier, Titel gewinnen zu wollen"

Reus und Co. reisen als Underdog nach München. Foto: Imago
Reus und Co. reisen als Underdog nach München. Foto: Imago

Borussia Dortmund tritt am Samstagabend beim FC Bayern zum Bundesliga-Schlagerspiel an. Aktuell gehören die Schwarzgelben nicht zu den engen Verfolgern der Münchner, müssen vielmehr um eine Endplatzierung unter den ersten vier kämpfen. Jürgen Kohler glaubt, dass beim BVB zu schnelle Zufriedenheit herrscht.

"Mir fehlt da die absolute Gier, diese Galligkeit, einen Titel gewinnen zu wollen. Denn das muss der Anspruch sein, sie haben einen großen Etat, einen starken Kader", so der frühere Abwehrchef gegenüber der WAZ. Das gleiche lässt sich natürlich in noch ausgeprägterem Maße zum FC Bayern sagen. Auch Kohler erkennt an, dass es für den BVB nicht leicht sei, am Branchenprimus vorbeizuziehen. "Aber die Ehrfurcht vor den Münchenern muss man ablegen."

"Anspruch muss automatisiert werden"

Der Ex-Nationalspieler wünscht sich deshalb auch eine Rückkehr dazu, vor der Spielzeit ambitionierte Saisonziele zu verkünden. "Sie können den Leuten nicht immer sagen, dass sie mit dem zweiten Platz zufrieden sind. Der Anspruch, nach oben zu wollen, muss automatisiert werden. Das muss immer wieder eingefordert werden", so Kohler. Für ihn macht das wohl zu einem guten Teil die berühmte Mia-san-Mia-Mentalität des FC Bayern aus, für den der 55-Jährige ebenfalls einst die Schuhe schnürte.

"Spielerisch hat mich das nicht überzeugt"

Für das Duell am Samstagabend kann sich Kohler derweil nur einen Heimsieg vorstellen, wenn es keine unvorhergesehenen Ereignisse geben sollte. "Die Dortmunder haben den Platz jetzt zwar viermal in Serie als Sieger verlassen, aber spielerisch hat mich das nicht überzeugt, nur kämpferisch", argumentiert Kohler. Zuletzt gewann der BVB unter der Woche im DFB-Pokal bei Borussia Mönchengladbach. Den Einzug ins Halbfinale bezahlte das Team mit den Ausfällen von Raphael Guerreiro und Jadon Sancho für das Prestigeduell in München.

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Lars Pollmann  
05.03.2021

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