Posse um den DFB-Pokal

Koch: "Nicht, dass Schalke kampflos in die zweite Runde einzieht"

Koch hofft auf eine schnelle Lösung. Foto: Thomas Boecker-DFB/Handout/Getty Images
Koch hofft auf eine schnelle Lösung. Foto: Thomas Boecker-DFB/Handout/Getty Images

Es passt in die Gemengelage rund um den FC Schalke 04, dass um die Partie der Knappen im DFB-Pokal ein heftiger Streit entbrannt ist. Kurzfristig sorgte Türkgücü München mit einer einstweiligen Verfügung gegen die Austragung der Begegnung mit Schweinfurt 05. Rainer Koch hofft auf eine baldige Lösung.

"Man kann jetzt nur hoffen, dass die Gerichte zeitnah zu einer Entscheidung kommen. Dass wir nicht gänzlich ohne bayerischen Teilnehmer dastehen", so der Präsident des bayerischen Fußballverbands (BFV) gegenüber der Süddeutschen Zeitung. "Nicht, dass Schalke 04 kampflos in die zweite Runde einzieht", warnt der DFB-Vizepräsident vor dem peinlichsten Szenario für den BFV. Schon jetzt ist ein großer Image-Schaden entstanden, für den Koch die Verantwortung bei den beteiligten Vereinen sieht. "Die Lösung wird schwierig. Am vorvergangenen Wochenende ist bereits großer Schaden entstanden. Das ausgefallene Spiel hat immense Kosten verursacht", so Koch.

BFV wollte "Kriegszustand" verhindern

Hintergrund des gesamten Vorgangs ist der bayerische Sonderweg in der Coronakrise. Der BFV hatte die Saison lediglich unter-, nicht aber abgebrochen. Türkgücü wurde dennoch als Aufsteiger in die 3. Liga benannt, im Gegenzug erhielt Schweinfurt das Startrecht im DFB-Pokal. Im Nachhinein fühlten sich die Klubs aber nicht mehr an die Absprache gebunden. Für Türkgücü geht es dem Vernehmen nach vor allem um die Einnahmen aus dem Pokalspiel gegen Schalke, in das sich der Klub einzuklagen versucht. "Das Prinzip 'The winner takes it all' wäre hier unangemessen. Damit hätten wir einen Kriegszustand heraufbeschworen", erklärt Koch, warum der damalige Tabellenführer der Regionalliga Bayern nicht sowohl zum Aufsteiger, als auch zum Pokal-Teilnehmer erklärt wurde. In die Röhre guckt nun nicht zuletzt Schalke, das nicht weiß, wann es gegen welchen Gegner spielt.

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Lars Pollmann  
22.09.2020