In der Coronakrise mehr denn je

Knäbel: "Die Knappenschmiede ist der beste Hebel, den wir haben"

Zwei Champions-League-Finalisten aus der Knappenschmiede. Foto: FRANCK FIFE/AFP via Getty Images
Zwei Champions-League-Finalisten aus der Knappenschmiede. Foto: FRANCK FIFE/AFP via Getty Images

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Transfermarkt sind durchaus allgegenwärtig. Zwar gibt es immer noch Deals in schwindelerregenden Ablöse-Regionen. Doch vielerorts herrscht auch ein Ausgabenstopp, verbunden mit der Fokussierung auf die eigene Jugend. Die Knappenschmiede des FC Schalke 04 gilt als vorbildlich.

Die Liste der Ehemaligen, die nach ihrer Zeit beim S04 zu einer großen Karriere aufgebrochen sind, liest sich wie ein Who is Who. Am Dienstagabend erst zogen mit Julian Draxler und Thilo Kehrer zwei Absolventen ins Champions-League-Finale ein. "Solche Spieler sind ein Geschenk, das man sich selbst macht", erklärt Peter Knäbel gegenüber Sport Bild. "Sie stoßen schon als Kinder zum Verein, kosten während der Ausbildung verhältnismäßig wenig, bringen aber viel Qualität sowie hohe Ablösen ein", so der Technische Direktor der Königsblauen. 

Draxler und Kehrer brachten knapp 80 Millionen Euro

Draxler brachte 2015 über 40 Millionen Euro ein, als er zum VfL Wolfsburg ging. Bei Kehrer war es nur unwesentlich weniger, als er sich vor zwei Jahren Paris Saint-Germain anschloss. "Erfolgreiche Arbeit in der Knappenschmiede ist der beste Hebel, den wir als Verein haben", sagt Knäbel vor diesem Hintergrund. Ziel sei es dabei, die Profimannschaft jedes Jahr mit Top-Talenten zu versorgen. Es gehe aber weniger um die Quantität als um die Qualität der Kicker. 

"Gilt für die ganze Liga"

Aktuell steht etwa Malick Thiaw im Blickpunkt, während der endgültige Durchbruch von Ahmet Kutucu einen nächsten Top-Transfer für die klammen Kassen vorbereiten könnte. Knäbel erkennt ganz grundsätzlich einen durch die Coronakrise verstärkten Trend hin zur Fokussierung auf den Nachwuchs. Die "deutliche Erhöhung", wie er formuliert, "gilt
für die ganze Liga".

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Lars Pollmann  
19.08.2020