Folgen der Pandemie

Klubs gerettet? HSV-Boss Wettstein wittert "trügerische Ruhe"

Wettstein sieht die Klubs noch lange nicht aus dem Schneider. Foto: Oliver Hardt/Bongarts/Getty Images
Wettstein sieht die Klubs noch lange nicht aus dem Schneider. Foto: Oliver Hardt/Bongarts/Getty Images

Die Corona-Pandemie hat den Profifußball in Deutschland hart getroffen. Ihre Auswirkungen lassen sich aktuell am Transfermarkt ablesen, wobei langfristige Effekte noch völlig offen scheinen. Frank Wettstein vom Hamburger SV sieht die Klubs noch lange nicht über dem Berg.

"Wir haben einen historischen Konjunktureinbruch und möglicherweise eine gigantische Welle an Insolvenzen vor uns. Dieser gesamtwirtschaftlichen Entwicklung kann sich auch der Profifußball nicht entziehen", so der Finanzchef des HSV gegenüber dem Hamburger Abendblatt. Die Folgen der Krise werden den Sport aus seiner Sicht für fünf, "vielleicht aber auch 15", Jahre begleiten. Nicht zuletzt auch, weil die Pandemie nicht mit der Rückkehr auf den Platz beendet war. 

"Vielleicht trügerische Ruhe"

Das Projekt Restart der Bundesliga diente dabei dem Erhalt der Klub-Struktur, da ohne die entsprechenden Einnahmen Insolvenzen gedroht hätten. Dieses Szenario ist aus Sicht von Wettstein nicht ad acta gelegt. "Stand heute wissen wir noch gar nicht, ob sich alle Fußballklubs tatsächlich retten. Wir haben derzeit eine Momentaufnahme, die vielleicht von einer trügerischen Ruhe geprägt ist. Noch ist es viel zu früh, um Entwarnung zu geben." Eine akute Existenzbedrohung sei für kaum einen Verein absolut auszuschließen.

"Der HSV ist nicht Bayern München"

Den HSV sieht Wettstein vergleichsweise gut aufgestellt, ein Ruhekissen ist dies aber nicht. "Einerseits wird der HSV nicht der erste Profiklub sein, dem die Insolvenz droht. Andererseits ist der HSV auch nicht Bayern München." Solange es keine Klarheit über Einnahmen aus dem Ticket-Verkauf gibt, bleibt stets ein planerisches Risiko. Das Eigenkapital der Rothosen reicht laut Wettstein für die kommende Saison. "Aber im schlimmsten Fall könnte es dann auch aufgebraucht sein." 

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Lars Pollmann  
04.08.2020