LFC-Coach

Klopp mit Wutrede zur WM in Katar: "Eine Katastrophe"

Klopp ist kein großer Befürworter der WM in Katar. Foto: Mike Hewitt/Getty Images
Klopp ist kein großer Befürworter der WM in Katar. Foto: Mike Hewitt/Getty Images

Die Weltmeisterschaft in Katar gilt als umstritten. Auch Jürgen Klopp äußert Kritik. Laut dem Chefcoach des FC Liverpool sind insbesondere die Spieler die Leidtragenden.

Am kommenden Sonntag beginnt die Weltmeisterschaft in Katar. Fußballfieber ist bei Jürgen Klopp noch nicht ausgebrochen. "Ich werde meinen Tagesablauf nicht nach Fußball richten und auch ein paar Tage Urlaub machen. Wenn ich Zeit habe, gucke ich Spiele und wenn nicht, dann nicht", sagt Klopp im Podcast Ball You Need Is Love (zitiert via Kronen Zeitung). Weil das Großturnier ausgerechnet in Katar stattfindet, meint der Übungsleiter des FC Liverpool: "Da stinkt das System."

"... na herzlichen Glückwunsch"

Der 55-Jährige findet mit Blick auf die katarischen Organisatoren: "Alles gut und schön, versteh‘ ich Freunde, macht Turniere, spielt Tennis, macht Formel-1-Rennen, aber die Fußball-Weltmeisterschaft - das geht nicht, sorry!" Aufgrund der in der Kritik stehenden Menschenrechtslage und des ungünstigen Veranstaltungszeitraums im Winter sagt Klopp: "Es ist eine Katastrophe. Dass es nicht geht unter unserer normalen Sichtweise, war vollkommen klar, und trotzdem ist es passiert." Der einstige Bundesliga-Trainer meint hinsichtlich der Jahre nach der WM-Vergabe an Katar sarkastisch: "Seitdem hat sich die FIFA fast gar nicht verändert. Nur der Kopf hat sich verändert. Infantino sagt, das wird die beste WM aller Zeiten, na herzlichen Glückwunsch."

Klopp hat Mitgefühl für die Spieler

Ihn störe daneben vor allem, "dass die Spieler in eine Situation gebracht werden, in der sie ständig so politisch total korrekt sein müssen. Es gibt genügend Menschen auf dem Planeten, die darüber reden können, und das sollen sie auch machen". Vor zwölf Jahren, als "der Schlamassel" passiert sei, seien die Spieler noch Kinder gewesen und "die wussten nicht, dass sie mit der WM mal was zu tun haben. Jetzt sollen sie sagen, ja, ich stehe für das ein, ich stehe für das ein. Die sollen Fußball spielen, den besten, den sie können. Alle anderen können sich gerne darüber unterhalten. Aber das wird ja nichts ändern, das führt zu immer mehr Missverständnissen", so Klopp.

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Adrian Kuehnel  
18.11.2022