Hertha BSC

Klinsmann-Tagebücher: "Da habe ich kein schlechtes Gewissen"

Klinsmann betreute bei Hertha nur zehn Spiele. Foto: Getty Images
Klinsmann betreute bei Hertha nur zehn Spiele. Foto: Getty Images

Hertha BSC ist dem Abstieg in den Relegationsspielen gegen den Hamburger SV gerade so von der Schippe gesprungen. Zur Ruhe kommt die Alte Dame deshalb aber noch nicht, es schwelt ein Führungsstreit, in dessen Rahmen es zu massiven personellen Veränderungen kommt. Jürgen Klinsmann dürfte sich in seiner Einordnung der Berliner bestätigt fühlen.

Der ehemalige Bundestrainer hatte sich im November 2019 auf ein Stelldichein als Trainer von Hertha eingelassen, warf aber nach wenigen Monaten die Brocken. Die Umstände waren bemerkenswert, unter anderem veröffentlichte Sport Bild Auszüge aus Tagebüchern, in denen das eigentliche Aufsichtsratsmitglied dem Klub ein verheerendes Zeugnis ausstellte. "Alles, was da drin stand, weil es ein ehrlicher Arbeitsbericht war, stimmte ja. Da habe ich jetzt kein schlechtes Gewissen", sagt Klinsmann nun im Podcast 'Mehr als ein Spiel' (Zitat via Sport1).

Abschied via Facebook

Leid tue ihm allerdings, dass das Thema anschließend lange in den Medien präsent war und für Unruhe sorgte. Schließlich seien seine Beobachtungen für die interne Verwendung bestimmt gewesen. Inhaltlich hat sich so mancher Kritikpunkt von Klinsmann durchaus als gerechtfertigt erwiesen, dies wird aber völlig vom beispiellosen Abschied des einstigen Torjägers überschattet. Im Februar 2020 ließ Klinsmann zunächst seine Follower auf Facebook vom Ende seiner Tätigkeit auf der Hertha-Bank wissen.

"Man hätte es halt anders kommunizieren müssen"

"Wenn man zurückblickt, hätte man es halt anders kommunizieren müssen. Man hätte es anders machen müssen von meiner Seite aus. Aber ich bin dann ein Typ, ich werde sehr emotional, wenn mir irgendwann das Fass am Überlaufen ist", rechtfertig Klinsmann sich mit über zwei Jahren Abstand. Im Nachhinein weiß er ohnehin, dass am besten gewesen wäre, "die Entscheidung gleich richtig zu treffen, also nicht nach Berlin zu gehen und Trainer zu machen". Seither hat der 57-Jährige keinen offiziellen Posten ausgeübt. In der Bundesliga gilt Klinsmann als 'verbrannt'.

Profile picture for user Lars Pollmann
Lars Pollmann  
28.05.2022