Chaos nach Abtritt

Gegenbauer über Klinsmann: "Von seiner Zusage blenden lassen"

Von November 2019 bis Februar 2020 war "Klinsi" Coach der Hertha.
Von November 2019 bis Februar 2020 war "Klinsi" Coach der Hertha. Foto: Getty

Nur zehn Pflichtspiele war Jürgen Klinsmann bei Hertha BSC im Traineramt, ehe er unter selbst erzeugtem Chaos den Hauptstadtklub verließ. Präsident Werner Gegenbauer spricht rückblickend über die Geschehnisse.

Am 8. November 2019 wurde Jürgen Klinsmann in den Aufsichtsrat von Hertha BSC beordert, am 27. November 2019 dann sogar zum Cheftrainer ernannt. Eine Erfolgsgeschichte wurde es keineswegs. Weil "Klinsi" zu wenig Macht verspürte, schmiss er bereits am 11. Februar 2020 eigenwillig hin.

"Verantwortlich-Sein auf alles ausdehnen zu müssen, war nicht in Ordnung"

"Wir haben uns eher von der Zusage blenden lassen, dass er sich auf eine bestimmte, im Vertragsverhältnis klar definierte Aufgabe beschränkt", teilte Präsident Werner Gegenbauer im Interview mit dem kicker mit und betonte: "Er sollte in dieser Zeit ausschließlich für die Mannschaft verantwortlich sein. Damit war er einverstanden. Dass er dann meinte, dieses Verantwortlich-Sein auf alles ausdehnen zu müssen, was sich bei Hertha bewegt, war nicht in Ordnung."

"Man muss nicht noch draufhauen"

Das Ansehen des Berliner Hauptstadtklubs litt nach dem Abtritt des Weltmeisters von 1990, der in einem an die Öffentlichkeit gelangten Tagebuch von einer "Lügenkultur" und dem "Fehlen einer Leistungskultur" schrieb. Gegenwehr vonseiten der Hertha gab es allerdings nicht. "Wenn sich einer mit seinem Abgang derart selber beschädigt, muss man nicht noch draufhauen", erklärte der Präsident, weshalb der Verein das Thema nicht sonderlich in der Öffentlichkeit behandelte.

Eine Entschuldigung für sein Verhalten habe es von Klinsmann gegenüber Gegenbauer, wie er verriet, indes nicht gegeben.

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Adrian Kuehnel  
12.10.2020