ÖFB-Nationalspieler

"Klapphandy"-Hinteregger: Warum der Kultverteidiger jetzt doch Instagram hat

Martin Hinteregger wird im Mai 2019 in London von Frankfurter Fans getröstet. Foto: Getty Images

Martin Hinteregger gehört wahrlich zu den speziellsten Persönlichkeiten der Bundesliga. Der Verteidiger von Eintracht Frankfurt schwimmt gerne mal gegen den Strom, lässt sich im Fußballbusiness nicht gänzlich verbiegen und das gefällt den Fans.

Die Verbindung zwischen Eintracht Frankfurt und ihrem Abwehrspieler Martin Hinteregger ist durchaus eine besondere. Nach dem Ausscheiden im Halbfinale der Europa League beim FC Chelsea im Mai 2019 und einem verschossenen Elfmeter trösteten die Frankfurter Anhänger den Österreicher und er stieg zum Publikumsliebling auf, wird dort nur noch liebevoll "Hinti" genannt. Beim FC Augsburg hingegen nahm der 28-Jährige zuvor kein Blatt vor den Mund, kritisierte den damaligen Trainer Manuel Baum öffentlich und wurde suspendiert. Der Nationalspieler schlug in der Vergangenheit auch gerne mal über die Stränge und zeigte sich dabei aber absolut fannah.

Zuweilen Klapphandy statt Smartphone

Nach der Karriere will Hinteregger, der in der Bundesliga auch für Borussia Mönchengladbach spielte, Hubschrauberpilot beim Rettungsdienst werden, inspiriert von seiner Lieblingsfernsehserie "Der Bergdoktor". In seiner Profikarriere verzichtete der Ex-Gladbacher zuweilen auch auf das Smartphone, setzte auf ein altes Klapphandy. "Das kann SMS, Telefonieren und Snake", sagte er damals. Als die Kommunikation über WhatsApp und weitere Apps in den Profiklubs zunahm, war der Linksfuß dann doch wieder gezwungen auf ein modernes Gerät umzusteigen. Durch verpasste Informationen, kam er häufig zu spät: "Als ich am Monatsende meine Strafen sah, wusste ich, dass ein neues Handy günstiger wäre."

Corona bringt "Hinti" zu "Insta"

Doch gegen eine Sache hatte sich Hinteregger bislang erfolgreich gewehrt: Soziale Medien. Der privat durchaus introvertierte Österreicher sagte 2018 noch: "Ich habe meine Freunde, von denen ich weiß, dass sie meine echten Freunde sind. Die sagen mir schon, was ich gut mache und was nicht. Dafür brauche ich mir nicht hunderte Kommentare durchlesen." Nun die Wende aufgrund der Coronakrise. Hinteregger erklärte den Schritt unter seinem zweiten Instagram-Post: "2020 war und ist anders: Wegen Corona spielen wir in leeren Stadien und der mir so unendlich wichtige Kontakt zu euch, unseren Fans, fehlt. Jeden Tag! Deswegen habe ich mich jetzt doch dazu entschlossen, bei Instagram aktiv zu werden und wenigstens hier mit euch in den Austausch zu kommen." Mit 28 taucht der Frankfurter erstmals in die Welt der sozialen Medien ein. Das Smartphone dürfte dabei helfen.

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Benjamin Heinrich  
23.12.2020

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