Vermeintliches 2:1

Kinhöfer: Bellingham-Tor in Leverkusen "hätte zählen müssen"

Bellingham traf vergeblich. Foto: Imago
Bellingham traf vergeblich. Foto: Imago

Borussia Dortmund hat am Samstag nach einem wilden Spiel bei Bayer Leverkusen mit 4:3 gewonnen. Große Diskussionen rief der Siegtreffer vom Elfmeterpunkt hervor, nachdem Odilon Kossounou Marco Reus womöglich ohne Absicht im Gesicht getroffen hatte. Thorsten Kinhöfer erinnert aber an eine andere Szene, die zu Ungunsten des BVB ausging.

Nachdem Erling Haaland in der 37. Minute den Führungstreffer von Florian Wirtz ausgeglichen hatte, legte Dortmund in Person von Jude Bellingham gleich nach. Der Kopfballtreffer des Engländers fand nach Videostudium durch Schiedsrichter Daniel Siebert jedoch keine Anerkennung. Weit im Vorfeld der Abschlussaktion hatte Mahmoud Dahoud ein Foulspiel begangen. Aus Sicht von Kinhöfer lag nicht nur zu viel Zeit zwischen der Szene und dem Treffer von Bellingham. 

Kossounou-Aktion entscheidend?

"Ein Foul muss zwar nachträglich durch den VAR gemeldet bzw. vom Referee geahndet werden, wenn die Angriffssituation nicht unterbrochen oder geklärt wurde", führt der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter in einer Kolumne für Bild am Sonntag aus. "Leverkusens Kossounou aber kam nach dem Foul an den Ball und schoss ihn bewusst aus dem Strafraum, auch wenn er ihn nicht richtig traf und die Kugel beim BVB blieb." Die Interpretation von Kinhöfer lautet daher, dass eine neue Spielsituation vorlag und das unstrittige Foulspiel von Dahoud nicht mehr maßgeblich sein konnte.

Dank BVB-Sieg kein großes Thema

Tatsächlich gab es seitens Bayer Leverkusen keine Proteste und hätte in einer Welt ohne den VAR niemand beanstandet, das Tor hätte wegen der Aktion von Dahoud keine Anerkennung finden dürfen. Schiedsrichter Siebert und seine Assistenten aus dem 'Kölner Keller' sahen es anders. Weil der BVB das Spiel letztlich gewann, war der vermeintliche Treffer von Bellingham anschließend nicht mehr von großer Brisanz. Für Kinhöfer aber steht fest: "Er hätte zählen müssen."

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Lars Pollmann  
12.09.2021