2. Bundesliga

Roundup: Kiel siegt gegen zehn Paderborner, St. Pauli schlägt Karlsruhe

Der SC Paderborn und Holstein Kiel lieferten sich ein intensives Duell. Foto: Imago.
Der SC Paderborn und Holstein Kiel lieferten sich ein intensives Duell. Foto: Imago.

In intensiven 90 Minuten hat sich Holstein Kiel gegen den SC Paderborn durchgesetzt (2:1). Währenddessen feierte der FC St. Pauli einen 3:1-Erfolg beim Karlsruher SC und Fortuna Düsseldorf bezwang in Unterzahl den FC Ingolstadt (2:1).

Kiel wandelt Rückstand in Sieg um

Der SC Paderborn und Holstein Kiel lieferten sich eine muntere Anfangsphase. Nach vier Minuten setzte Paderborn nach einem Kieler Freistoß zum Konter an, Julian Justvan verfehlte das Tor nur knapp (4.). Auf der Gegenseite verpasste Fabian Reese die Chance zur Führung (5.), wenig später segelte ein Kopfball von Stefan Thesker über das Tor (9.). Paderborn setzte auf ein hohes Pressing, Kiel ließ die Hausherren hingegen phasenweise bis zur Mittellinie gewähren. In einem unterhaltsamen Spiel sank die Anzahl an Torchancen, für Aufregung sorgte jedoch der Platzverweis gegen Jamilu Collins. Der Linksverteidiger des SCP war bereits mit Gelb verwarnt und leistete sich im gegnerischen Strafraum eine Schwalbe, die mit Gelb-Rot geahndet wurde (28.). Kiel wurde in Überzahl dominanter, Paderborn zog sich in die eigene Hälfte zurück und setzte nur noch einzelne Nadelstiche. Entgegen der Entwicklung des Spiels gingen die Hausherren kurz vor der Halbzeitpause in Führung: Sven Michel eroberte einen Fehlpass von Fin Bartels, marschierte in Richtung Tor und überwand Thomas Dähne per trockenem Linksschuss (42.). Zu zehnt nahmen die Paderborner die Führung mit in die Halbzeitpause.  

Nach dem Wiederbeginn hatte Alexander Mühling die erste Chance, Uwe Hünemeier blockte zur Ecke (47.). Kiel war weiterhin die tonangebende Mannschaft, Paderborn verteidigte um den eigenen Strafraum herum kompakt und hielt die Störche davon ab, in den Sechzehner einzudringen. Mit etwas Glück gelang den Gästen aber der Ausgleich: Phil Neumann kam an der Strafraumgrenze zum Abschluss, Jannis Heuer fälschte den Ball entgegen der Laufrichtung von Jannik Huth unglücklich ins eigene Netz ab (51.). Drei Minuten nach seinem Eigentor brachte Heuer den SCP beinahe wieder in Front, Dähne parierte (54.). Zwei Minuten später war der Kieler Keeper wieder zur Stelle, diesmal gegen Platte (56.). Nichtsdestotrotz verzeichnete Kiel mehr Spielanteile, während die Gastgeber aus Paderborn weiter über Gegenstöße gefährlich werden wollten. In der 60. Minute hatte Bartels eine Chance zur Führung, zog den Schuss aber einen Meter am Tor vorbei. Mit Beginn der Schlussviertelstunde hatte Steven Skrzybski eine gute Gelegenheit für Kiel, der Pfosten verhinderte jedoch die Führung (74.). Nach einer Ecke erzielte Joshua Mees dann das 2:1 für die Störche (79.). Kiel spielte weiter nach vorne, reduzierte das Risiko angesichts der Führung jedoch. Gegen den Ball verteidigte der KSV mit allen Kräften die Führung. Nach insgesamt 94 Minuten feierte Kiel im ersten Spiel ohne Ole Werner den ersten Auswärtssieg in dieser Saison.

St. Pauli defensiv souverän, offensiv humorlos

Der Karlsruher SC war in der Anfangsphase die aktivere Mannschaft. Zwar präsentierte sich der FC St. Pauli gegen den Ball aggressiv, Chancen erspielten sich die Hamburger zunächst aber keine. Mit der ersten Gelegenheit gingen die Gäste allerdings in Front: Guido Burgstaller schickte Maximilian Dittgen steil, dessen scharfe Hereingabe in den Strafraum wurde vom falsch positonierten KSC-Keeper Marius Gersbeck ins eigene Tor abgefälscht (13.). Die Führung beflügelte St. Pauli, Gersbeck war gegen Burgstaller und Irvine (beide 21.) jedoch zur Stelle und verhinderte Schlimmeres. Karlsruhe verlor an Intensität und Tempo, wirkte sichtlich getroffen vom Rückstand. Die beste Gelegenheit hatte Philip Heise (40.), ehe der nächste Nackenschlag folgte: In der 43. Minute bekam St. Pauli nach einem leichten Kontakt zwischen Tim Breithaupt und Daniel-Kofi Kyereh einen Strafstoß zugesprochen, den Burgstaller souverän verwandelte. Somit gingen die Kiezkicker mit einer 2:0-Führung in die Kabine.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit fokussierte sich St. Pauli auf Konter – und hatte auf diese Weise durch Irvine eine gute Gelegenheit. Doch dessen Kopfball aus sieben Metern ging knapp über das Tor (49.). Auf der anderen Seite kam Philipp Hofmann zum Abschluss, Vasilj war allerdings zur Stelle (51.). Fünf Minuten später behielt der Torwart des FC St. Pauli erneut die Oberhand gegen Hofmann. Karlsruhe wurde zunehmend besser, die Tore machten aber die Gäste: Nach Balleroberung kombinierten sich Burgstaller und Irvine durch, Burgstaller legte im Strafraum ab auf Kyereh, der den Ball nur noch zum 3:0 einschieben musste (59.). Nichtsdestotrotz spielte Karlsruhe nach vorne, Vasilj war aber auch nicht bei einem Freistoß von Marvin Wanitzek zu überwinden (62.). Darüber hinaus verteidigte St. Pauli weiter konzentriert und kompakt. So kam es, dass Karlsruhe immer seltener gefährlich wurde und nach und nach das Tempo aus den Offensivbemühungen nahm. Dennoch gelang den Hausherren der Anschlusstreffer: Nach einer Flanke von links vergeigte Marcel Hartel die Klärung, Fabian Schleusener ließ Vasilj keine Chance (79.). Der KSC schöpfte kurz vor Schluss neuen Mut, Hofmanns abgefälschter Schuss flog aber über das Tor (81.). Auf der Gegenseite verhinderte Gersbeck gegen Hartel den vierten Gegentreffer (85.). Rico Benatelli verpasste ebenfalls die endgültige Entscheidung (87.). Da Karlsruhe keinen weiteren Treffer erzielte, blieb es beim 3:1.

Hoffmann und Zimmermann bringen Düsseldorf auf Kurs

Zu Beginn war der FC Ingolstadt die engagiertere Mannschaft, mit zunehmender Spielzeit fand aber auch Fortuna Düsseldorf in die Partie und zog das gewohnte Angriffsspiel über die Flanken auf. Chancen waren auf beiden Seiten jedoch Mangelware. Für die Gäste kam Ao Tanaka nach Ecke von Shinta Appelkamp zum Abschluss, gefährlich wurde es dabei aber nicht (21.). Eine bessere Gelegenheit hatte Khaled Narey, dessen Schuss am kurzen Toreck vorbeizog (26.). Kurz vor Ende der ersten Halbzeit tauchten die Ingolstädter in Person von Patrick Schmidt vor Florian Kastenmeier auf, der Düsseldorfer Torhüter parierte zur Ecke (42.). Eine insgesamt chancenarme erste Halbzeit endete folgerichtig torlos.

Beide Mannschaften knüpften an den ersten 45 Minuten an, jedoch nutzte Düsseldorf die erste Chance zur Führung: Nach einem Freistoß von Narey kam Andre Hoffmann frei zum Kopfball und netzte zur Führung ein (57.). Fortuna erhöhte den Druck, insbesondere über Narey wurden die Angriffe initiiert. Die Partie blieb intensiv, gefährliche Chancen blieben seit der Führung aber aus. Eine der wenige Gelegenheiten nutzte Matthias Zimmermann zum 2:0 für die Fortuna: Narey zog ins Zentrum und legte für den hinterlaufenen Zimmermann ab, dessen Schuss wuchtig im langen Eck einschlug (75.). Der Treffer erhöhte das Selbstvertrauen der Elf von Christian Preußer, während Ingolstadt damit zu knabbern hatte. Narey hätte auf 3:0 stellen können, setzte den Ball aber am Tor vorbei (80.). In der Folge wurde es jedoch ungemütlich für die Gäste: Ab der 83. Minute war Düsseldorf in Unterzahl, da sich Kastenmeier außerhalb des Strafraums ein Handspiel erlaubte. In der 91. Minute wurde Ingolstadt zudem ein Elfmeter zugesprochen, den Fatih Kaya zum 1:2 verwandelte. Dennoch brachte die Fortuna den Sieg über die Ziellinie.

Florian Bajus  
25.09.2021