SC Freiburg

Keller erinnert: Streich musste zum Trainerposten überredet werden

Streich ist der wohl beliebteste Bundesliga-Trainer. Foto: Getty Images
Streich ist der wohl beliebteste Bundesliga-Trainer. Foto: Getty Images

Trotz der Niederlagen gegen den FC Bayern und Eintracht Frankfurt bleibt der SC Freiburg die Überraschungsmannschaft der laufenden Saison. Als größter Vater des Erfolgs gilt Christian Streich, wobei sich der dienstälteste Trainer der Bundesliga gegen diese Darstellung wohl wehren würde. Fritz Keller erinnert nun dessen Anfänge beim Sportclub.

Ende 2011 trennten sich die Breisgauer von Marcus Sorg, dem Streich als Assistent zur Seite gegangen war. Bei der Suche nach einem Nachfolger landeten die Bosse mit dem dem damaligen Präsident Keller schnell beim heute 56-Jährigen. Doch der scheute wohl das Rampenlicht. "Es waren mehrere Anläufe notwendig, um ihn dazu zu überreden", erklärt Keller gegenüber dem SWR. "Aber genau das ist ja die Charaktereigenschaft, diese Bescheidenheit."

"Was mich am meisten begeistert ..."

Sie zeichnet Streich seit jeher aus und macht ihn zum womöglich beliebtesten Trainer der Bundesliga. "Was mich am meisten begeistert, das ist dieses nachhaltige Denken", so Keller weiter. "Dieses Jahr habe ich ihn gefragt: Der teuerste Einkauf, der Baptiste Santamaria, der geht jetzt weg, was sagst du dazu, nach einem Jahr schon?", berichtet der Ex-DFB-Präsident. Streich habe geantwortet: "Oh, weißt du, aber wir haben so viele Nachwuchsleute, er würde sie blockieren."

"Nicht nur von Spiel zu Spiel oder von Saison zu Saison"

Diese Denkweise zeichne Streich besonders aus und setze ihn auch von vielen anderen Trainern ab, lobt Keller. "Welcher Trainer hat die Möglichkeit, langfristig zu denken, nicht nur von Spiel zu Spiel oder von Saison zu Saison, sondern einfach nachhaltig?", fragt der Winzer rhetorisch. Dazu braucht es freilich auch eine Vereinsführung, die die Rahmenbedingungen schafft und am Trainer auch dann festhält, wenn es mal nicht läuft. Streich durfte bekanntlich 2015 auch nach einem Abstieg Chefcoach bleiben. In einigen Wochen feiert er so sein zehnjähriges Dienstjubiläum.

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Lars Pollmann  
23.11.2021