2. Bundesliga

Keine Siege für S04 & HSV, St. Pauli marschiert, 96 hofft

Schalke hatte am Ostersonntag den KSC zu Gast. Foto: Getty Images
Schalke hatte am Ostersonntag den KSC zu Gast. Foto: Getty Images

Zum Abschluss des 27. Spieltags der 2. Bundesliga stand am Ostersonntag ein volles Programm mit gleich fünf Partien an. Dabei verpassten der FC Schalke 04 und Hamburger SV wichtige Siege, während Spitzenreiter FC St. Pauli, Hannover 96 und Schlusslicht VfL Osnabrück erfolgreich waren.

Schalke vs. Karlsruhe (0:0)

Auf Schalke wollten die Hausherren den Abstand nach hinten vergrößern und untermalten dieses Ansinnen in der ersten Hälfte mit einer starken Leistung, der zahlreiche gute Torgelegenheiten folgten. Unter anderem verpassten Keke Topp (15.) undma Kenan Karaman (26., 36., 37.) die verdiente Führung. Zudem parierte Karlsruhe-Torwart Patrick Drewes gegen Thomas Ouwejan herausragend (40.). Der einzige Treffer der ersten Hälfte gelang Ouwejan, fand aber wegen einer Abseitsposition von Karaman im Vorfeld keine Anerkennung (18.). Der KSC hielt sich offensiv vor der Pause weitgehend zurück, hatte über Budu Zivzivadze früh jedoch auch eine Großchance auf ein Tor, die Ouwejan vor dem Einschlag beseitigen konnte (8.).  

Im zweiten Durchgang hätte der KSC die Knappen beinahe kalt erwischt, Paul Nebel zielte nach Vorlage von David Herold nur knapp drüber (51.). Schalke wurde nach dem Seitenwechsel nicht mehr so oft gefährlich, schien länger Luft zu holen. Stattdessen schnupperten die Badener an der Führung, die erneut Nebel verpasste (66.). S04 konnte sich anschließend öfters Entlastung verschaffen, wurde aber einfach nicht mehr wirklich gefährlich. Erst in der Schlussphase wurden die Angriffe nochmal energischer, in der letzten Sekunde der Nachspielzeit landete ein Karaman-Kopfball neben dem Kasten (90.+6).

Eine große Hilfe ist der Punkt für den FC Schalke 04 im Keller nicht, es bleibt bei Rang 14. Der Karlsruher SC verbessert sich hingegen auf Platz sechs.

Fürth vs. Hamburg (1:1)

Am Ronhof ging es für die Gäste aus dem Norden darum, Platz drei von Fortuna Düsseldorf zurückzuerobern. In Sachen Ballbesitz dominierte der HSV über weite Strecken der ersten Hälfte, ließ jedoch immer wieder die Präzision im letzten Drittel vermissen. Die in den Wochen vor der Länderspielpause verunsicherten Fürther mussten offensiv gar nicht viel investieren, um zu zwei guten Chancen zu kommen, denen Fehler von Hamburg vorausgingen. Nach Fehlpass von Matheo Raab köpfte Armindo Sieb drüber (7.), nach einem Lapsus von Ludovit Reis kam Lukas Petkov von der Strafraumkante zum Abschluss (16.). 

Zu Beginn der zweiten Hälfte hatte der HSV seinen ersten Hochkaräter, einen Schuss von Andras Nemeth nach Konter parierte Jonas Urbig stark (47.). Kurz darauf köpfte Bakery Jatta nach einer Flanke von Miro Muheim an den Pfosten (53.). Die Rothosen belohnten sich für ihren starken Beginn mit der Führung, wobei ein Knaller von Muheim aus dem Rückraum nach einer Ecke der Kategorie Traumtor angehörte (56.). Mit dem Treffer im Rücken dominierte der HSV das Geschehen, Fürth blieb um eine schnelle Antwort verlegen. Stattdessen hatte Nemeth die Vorentscheidung auf dem Fuß, ließ sie im Duell mit Urbig jedoch aus (70.). Dies wurde bestraft, wobei auch Fürth per Traumtor erfolgreich war: Jomaine Consbruch knallte das Kunstleder aus rund 30 Metern in den Winkel (77.). Die schnelle Antwort verpasste Anssi Suhonen mit einem Flachschuss knapp links vorbei (80.). Beide Teams spielten anschließend durchaus auf den späten Siegtreffer, druckvoller wirkte der Gast. Echte Gelegenheiten gab es aber auf beiden Seiten nicht mehr. 

Die SpVgg Greuther Fürth kann mit dem 1:1 besser leben und belegt nun Tabellenplatz sieben. Der Hamburger SV büßt Relegationsplatz drei ein.

St. Pauli vs. Paderborn (2:1)

Am Millerntor stand der nächste Schritt in Richtung des designierten Aufstiegs von St. Pauli auf dem Programm. Die Kiezkicker ließen früh keinen Zweifel daran, wer Chef im Ring sein würde. Das frühe 1:0 von Aljoscha Kemlein (9.) fand allerdings wegen einer Abseitsstellung von Marcel Hartel keine Anerkennung. Der Top-Scorer musste die Dinge so selbst regeln, sein Treffer folgte einem herausragenden Angriff. Den machte Johannes Eggestein im Zentrum per Absatzkick schnell, sodass Jackson Irvine Hartel freispielen konnte. Dessen frecher Lupfer überwand Pelle Boevink und stellte die Weichen verdientermaßen auf Heimsieg (32.). Von Paderborn war vor der Pause offensiv nur sehr wenig zu sehen, eine Großchance gab es nicht. Stattdessen hätte St. Pauli die Angelegenheit schon klarer aussehen lassen können.

Dieses Versäumnis holte der Tabellenführer früh in Halbzeit zwei nach. Erneut spielte sich die Heimmannschaft sehenswert aus der eigenen Hälfte nach vorn, letztlich zog Lars Ritzka vor dem Sechzehnmeterraum ab und traf die Kugel mit links perfekt (47.). Ein unnötiger Ballverlust von Eric Smith holte Paderborn dann doch wieder ins Spiel: Die Ostwestfalen schalteten schnell um, letztlich musste Adriano Grimaldi nur noch zum 1:2 einschieben (56.). Der Treffer tat den Gästen sichtlich gut, Grimaldi hatte den Ausgleich auf dem Kopf, scheiterte aber an Nikola Vasilj (65.). Der Torschütze schwächte sein Team dann aber in der Schlussphase, leistete sich zwei Fouls in kurzer Folge nach seiner ersten Gelben Karte und wurde vorzeitig zum duschen geschickt (73.). St. Pauli wollte den Sieg nun im Verwaltungsmodus einfahren, Paderborn glaubte weiter an einen Erfolg und wechselte fünffach. Einer der Joker, Calvin Brackelmann, kam mit einem Fernschuss dem 2:2 nicht ganz nahe (85.). 

Dies war die letzte Chance in einer Partie, in der der FC St. Pauli durchaus mit dem Feuer spielte. So aber setzt der Tabellenführer den nächsten Dreier auf dem Weg in die Bundesliga. Der SC Paderborn rutscht auf Platz acht ab.

Magdeburg vs. Hannover (0:3)

Hannover stand in Magdeburg unter Erfolgsdruck, nachdem Düsseldorf am Samstag vorgelegt hatte. Die Roten wurden ihrer Favoritenrolle beim FCM in den ersten 45 Minuten durchaus gerecht und hätten schon vor einer Einladung der Gastgeber treffen können. So aber half ein Ballverlust von Daniel Elfadli, nach dem Max Christiansen auf Jannik Dehm spielte. Der legte sich die Kugel auf den rechten Fuß und schlenzte ins lange Eck (29.). Ein 0:2 lag mehrfach in der Luft, unter anderem Havard Nielsen ließ es aus (44.). Im direkten Gegenzug schien Luca Schuler zu bestrafen, wegen Abseits von Vorlagengeber Baris Atik zählte der Ausgleich jedoch nicht.

Zu Beginn der zweiten Hälfte machte Magdeburg viel Druck, ein abgefälschter Schuss von Silas Gnaka klatschte an den Pfosten (51.), dann knallte auch Mo El Hankouri nach einer Eckballvariante an die Torumrandung (52.). Von 96 kam lange nichts, dann hatte Nicolo Tresoldi eine Top-Chance auf dem Fuß, die Dominik Reimann aus dem Eck kratzte (61.). Lange passierte dann nicht mehr viel, bis in der Schlussphase eine herausragende Einzelaktion von Sei Muroya Hannover das recht schmeichelhafte 0:2 einbrachte (84.). In der Nachspielzeit legte Cedric Teuchert quasi mit dem Schlusspfiff noch ein drittes Tor nach (90.+5). 

Der 1.FC Magdeburg beendet den Spieltag auf Platz 13, Hannover 96 hat als fünfter noch gute Karten hinsichtlich des Relegationsplatzes.

Wehen Wiesbaden vs. Osnabrück (0:1)

Beim Aufsteigerduell wollte Osnabrück ganz im Oster-Motto an einer Wiederauferstehung im Tabellenkeller arbeiten, was angesichts von elf Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz vor Anpfiff jedoch eine gewaltige Aufgabe war. In einer in den ersten 45 Minuten über weite Strecken dürftigen Partie brach eine Einzelleistung den Bann: Nach Abwurf von Philipp Kühn marschierte Christian Conteh los, wurde von Wehener Verteidigern eher begleitet denn angegriffen. Nach langem Lauf nahm Conteh die Picke zur Hilfe und vollendete zur Gästeführung (31.). Der SVWW wachte erst in Rückstand auf, hatte dann aber die Top-Chance zum Ausgleich. Der Pfosten rettete beim Schuss von Thijmen Goppel (36.).

Im zweiten Durchgang intensivierte Wehen Wiesbaden die Bemühungen, Chancen waren jedoch anfänglich noch Mangelware. Ein Kopfball von Ivan Prtajin neben den Kasten stellte die erste Gefahr dar (59.). Aleksandar Vukotic machte es nach einer Ecke besser, sein Kopfballtreffer fand aber wegen vermeintlichen Fouls an Bashkim Ajdini, der überhaupt nicht in den Luftzweikampf gekommen war, keine Anerkennung (66.). Mit Anbruch der Schlussphase ließ sich Osnabrück immer tiefer hinten reindrängen, das Tor schien für Wehen Wiesbaden jedoch wie vernagelt, denn Hyun-ju Lee (80.), und Prtajin (81.) ließen weitere gute Gelegenheiten aus. Kühn avancierte immer mehr zum Matchwinner für die Gäste, rettete auch gegen Nikolas Agrafiotis (86.). Mit Anbruch der Nachspielzeit ging der VfL numerisch in Unterzahl, Michael Cuisance sah offenbar wegen Spielverzögerung binnen Sekunden erst Gelb und dann Gelb-Rot (90.). In der Nachspielzeit schien Noel Niemann dennoch ein zweites Tor nachzulegen, wegen Abseits zählte der Treffer jedoch nicht (90.+6). 

Rächen sollte sich dies nicht mehr. Der SV Wehen Wiesbaden verbessert sich wegen der Tordifferenz dennoch auf Platz zwölf, der VfL Osnabrück verringert den Abstand am Tabellenende auf acht Zähler.

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Lars Pollmann  
31.03.2024