Dauer-Ärger-Thema

Kein Elfer für Hertha? Gräfe kritisiert Handspiel-Entscheid

Gräfe war bis 2021 einer der beliebtesten Schiedsrichter Deutschlands. Foto: Getty Images
Gräfe war bis 2021 einer der beliebtesten Schiedsrichter Deutschlands. Foto: Getty Images

Hertha BSC hat am Samstag in einer bisweilen mitreißenden Partie gegen Bayer Leverkusen ein 2:2 erzielt. Mit einem Remis gegen den Champions-League-Teilnehmer könnte die Alte Dame durchaus zufrieden sein, ein gewisser Ärger besteht aber doch: In der Schlussphase forderte der Hauptstadtklub vehement einen Handelfmeter ein.

Unstrittig, dass Odilon Kossounou den Schuss von Jean-Paul Boetius mit der Hand blockte. Sehr strittig, ob die Szene strafwürdig war oder nicht. Benjamin Brand ließ weiterspielen und sah sich die Situation auch nicht am Videobildschirm an. Nach dem Spiel blieb er bei seiner Einschätzung, die auch von einigen Regelexperten gestützt wird. Manuel Gräfe allerdings kommt zu einer ganz anderen Einschätzung. Unter anderem, weil Kossounou den linken Arm anlegte, den rechten aber stehen ließ. 

"Für mich eine klare Fehlentscheidung"

"Das heißt, er wollte bewusst und unter Spannung die ungedeckte Seite des Tores ein bisschen mit abdecken. Für mich, nach Ansicht der TV-Bilder, eine klare Fehlentscheidung", so Gräfe gegenüber rbb 24. Darüber lässt sich offensichtlich sehr trefflich streiten. Nicht aber darüber, dass es in der Bundesliga nach wie vor keine einheitliche Linie bei Handspiel-Entscheidungen gibt. Denn sowohl den Elfmeter für Werder Bremen im Spiel gegen den FC Augsburg am Freitagabend, als auch den Strafstoß für Union Berlin beim 1.FC Köln am Sonntag hätte es nach dem Maßstab, der im Berliner Olympiastadion angelegt wurde kaum geben dürfen.

"Diese Linie fehlt"

Gräfe sieht vor allem die Führungsebene des im DFB angesiedelten Schiedsrichterwesens in der Pflicht. "Die Schiedsrichterführung ist für die richtige Einstellung der Schiedsrichter und eben einer einheitlichen Linie verantwortlich, so wie es die Trainer bei ihren Mannschaften sind. Diese Linie aber fehlt", kritisiert der einstige FIFA-Referee, der 2021 wegen des Erreichens der Altersgrenze ausscheiden musste. Auch beim Videobeweis gebe es laut seiner Aussage noch nicht genug Einheitlichkeit in der Bundesliga. "Das ärgert Spieler, Trainer, Manager und Fans zurecht vehement", so Gräfe.

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Lars Pollmann  
13.09.2022