Lizenzspielerleiter widerspricht Sammer

Kehl spricht Klartext: "Das war viel zu wenig für die Ansprüche, die wir haben"

Sebastian Kehl übte nach der Niederlage in Amsterdam scharfe Kritik an den BVB-Profis. Foto: Getty Images.
Sebastian Kehl übte nach der Niederlage in Amsterdam scharfe Kritik an den BVB-Profis. Foto: Getty Images.

Sebastian Kehl will nach der 0:4-Niederlage von Borussia Dortmund gegen Ajax Amsterdam keine Ausreden gelten lassen. Der Lizenzspielerleiter widersprach daher auch Matthias Sammer, der den fehlenden Rhythmus einiger Spieler als wesentlichen Faktor für den Auftritt am Dienstagabend ausgemacht hat.

Die deutliche Niederlage in der Champions League gegen Ajax Amsterdam hat die Verantwortlichen von Borussia Dortmund böse überrascht: "Das Ergebnis und die Art und Weise, wie wir dieses Spiel verloren haben, war nach der positiven Entwicklung in den vergangenen Wochen so nicht zu erwarten", sagte Lizenzspielerleiter Sebastian Kehl am Mittwoch gegenüber den Ruhr Nachrichten. Das Selbstvertrauen der Niederländer sei nach den Toren in der ersten Halbzeit gewachsen, Dortmund habe es derweil verpasst, sich "in dem notwendigen Maße" zu wehren, betonte Kehl.

Sammer beklagte fehlenden Rhythmus

Die Gründe für den Auftritt in Amsterdam seien vielschichtig, betonte der ehemalige BVB-Kapitän. Damit widersprach Kehl Matthias Sammer, der bei Prime Video die vielen Verletzungssorgen des Dortmunder Kaders als ursächlichen Grund für die schwache Leistung anführte. Während Ajax im Rhythmus sei, hätten zahlreiche BVB-Akteure mit Verletzungen zu kämpfen gehabt und seien daher nicht imstande, ihr Maximum abzurufen, so Sammer.

Kehl: "Das Ergebnis ist nicht nur auf die körperliche Verfassung einiger Spieler zurückzuführen"

Kehl betonte hingegen: "Wir müssen konstatieren, dass wir eigentlich über das gesamte Spiel hinweg auf verschiedenen Ebenen an diesem Abend nicht in der Verfassung waren, um Ajax zu schlagen. Wir müssen ein anderes Gesicht zeigen, das Ergebnis ist nicht nur auf die körperliche Verfassung einiger Spieler zurückzuführen, die nach Verletzungen noch nicht im Rhythmus sind." Es gebe "nicht nur den einen Grund, da kamen viele Dinge zusammen. Es hat nach dem Spiel jeder gespürt, dass das viel zu wenig war für die Ansprüche, die wir haben", so der 41-Jährige.

Revanche im Rückspiel? "Sind natürlich in der Lage"

Die Niederlage ist als Rückschlag für die Elf von Marco Rose zu werten, dennoch soll der eingeschlagene Weg konsequent fortgesetzt werden, sagte Kehl: "Wir werden uns nicht aus der Bahn werfen lassen. Wir werden sehr kritisch mit uns umgehen, werden aber die Richtung nicht aus den Augen verlieren." Denn die Verantwortlichen wissen um das Potenzial der Mannschaft: "Natürlich sind wir in der Lage, Ajax Amsterdam an einem anderen Tag und in einer anderen Verfassung zu schlagen", betonte Kehl, der im Rückspiel am dritten November auf eine Revanche hoffen dürfte.

Florian Bajus  
20.10.2021