Karriereende

Wie Pique: Diese Legenden sagten 2022 Tschüss

Pique und Higuain hör(t)en beide 2022 auf. Foto: Getty Images
Pique und Higuain hör(t)en beide 2022 auf. Foto: Getty Images

Aus recht heiterem Himmel hat Gerard Pique am Donnerstagabend seinen vorzeitigen Rücktritt von der aktiven Laufbahn erklärt. Trotz noch anderthalb Jahre gültigen Vertrags beim FC Barcelona bestreitet der Abwehrmann am Samstag gegen UD Almeria mit seinem 616. Einsatz für die Katalanen sein letztes Heimspiel im Camp Nou.

Der 35-Jährige ist in der laufenden Saison eine Teilzeitkraft gewesen und wurde nach seinen sporadischen Einsätzen in spanischen Medien mitunter heftig kritisiert. Dass die Zeit des Welt- und Europameisters sich dem Ende neigt, lag zuletzt auf der Hand. Dennoch kommt das abrupte Karriereende anlässlich der WM-Unterbrechung des Spielbetriebs in LaLiga und den internationalen Wettbewerben eher überraschend. Pique reiht sich damit in eine Riege prominenter Profis ein, die 2022 das Ende der aktiven Laufbahn erklärt haben. fussball.news nennt einige der Vorgänger des 102-fachen spanischen Nationalspielers.

Franck Ribery, US Salernitana

Der Franzose hat erst vor wenigen Wochen aufgrund anhaltender Knieprobleme Adieu sagen müssen. Mit 39 Jahren hatte der technisch ungemein beschlagene Dribbler seine Karriere eigentlich weiter in der Serie A ausklingen lassen wollen. Seine größten Spuren hinterließ Ribery beim FC Bayern: 425 Pflichtspiele, neun Meisterschaften, ein Champions-League-Triumph und unzählige unvergessliche Momente machen den 'Filou' zur lebenden Bayern-Legende.

Gonzalo Higuain, Inter Miami

Ebenfalls noch gar nicht lange her ist der Abschied des Argentiniers, der seinen fußballerischen Lebensabend in der MLS verbracht hat. Am 18. Oktober schied er mit Miami in den Playoffs aus und verließ den Platz unter Tränen. Mit Real Madrid, der SSC Neapel, Juventus, der AC Mailand und dem FC Chelsea hatte der 34-Jährige für einige der größten Klubs in Europa viele, viele Tore gemacht.

Gonzalo Castro, vereinslos (zuletzt Arminia Bielefeld)

Ein Weltstar ist aus Castro nie geworden, wohl aber gehörte der Allrounder über viele Jahre quasi zum Inventar der Bundesliga. Die meisten von über 400 Spielen im Oberhaus machte der Deutsch-Spanier für Bayer Leverkusen, das Karriereende folgte einem Intermezzo bei Bielefeld. Im September hing Castro die Schuhe an den Nagel, zuvor war er seit Saisonende vereinslos.

Holger Badstuber, vereinslos (zuletzt FC Luzern)

Mit 33 Jahren wäre der langjährige Bayern-Verteidiger und Ex-Nationalspieler eigentlich noch jung genug, um einige Spielzeiten weiter zu machen. Doch Badstuber, den im Laufe der Karriere zahlreiche Verletzungen zurückgeworfen haben, hatte genug. Im September verkündete er nach einem Dreivierteljahr ohne Klub, dass ein neuer Lebensabschnitt begonnen hat.

Martin Hinteregger, Eintracht Frankfurt

Eine noch größere Überraschung als im Falle von Pique ist dem SGE-Publikumsliebling gelungen. Hinteregger sorgte mit dem Karriereende im Juni im Alter von nur 29 Jahren für einen Paukenschlag. Immerhin hat sich der Österreicher auf dem Höhepunkt verabschiedet und mit den Hessen zuvor noch die Europa League gewonnen. 

Neven Subotic, vereinslos (zuletzt SCR Altach)

Nach seinen glanzvollen Zeiten bei Borussia Dortmund ist der Verteidiger auf Wanderschaft gegangen, zuletzt war er bis Sommer 2021 in Österreich aktiv. Endgültig vollzogen hat Subotic sein Karriereende aber auch erst dieses Jahr. Der sozial engagierte Ex-Profi hat nun noch mehr Zeit, sich seinen unterstützungswerten Projekten zu widmen.

Marcel Schmelzer, Borussia Dortmund

Jahrelang an der Seite von Subotic und im selben Jahr Ex-Profi geworden: Auch Schmelzer hat seine Karriere 2022 beendet. Wegen Verletzungen war der Linksverteidiger de facto schon länger beim BVB raus, den schwierigen Schritt hat er im Juni vollzogen. Der frühere Kapitän soll in Zukunft womöglich in anderer Rolle wieder zurückkehren.

Carlos Tevez, vereinslos (zuletzt Boca Juniors)

Der 'Apache' war nach seiner Zeit in Europa (West Ham, Manchester United, Manchester City und Juventus) bei Boca und in China aktiv. In der Heimat war 2021 Schluss, ein Jahr später machte Tevez das auch ganz offiziell perfekt und wechselte gleich auf einen Trainerposten. Bei Rosario Central hat der Ex-Nationalspieler allerdings am Donnerstag die Brocken hingeworfen.

Aaron Hunt, vereinslos (zuletzt Hamburger SV)

Auch der Mittelfeldmann war nach dem Ende seiner Zeit beim HSV noch nicht bereit, die Karriere aufzugeben. Nach einigen Monaten ohne Klub hat Hunt im Februar dann doch die Schuhe an den Nagel gehängt. Nach über 300 Bundesligaspielen war der dreimalige Nationalspieler bis zuletzt beim HSV als Mann für die besonderen Momente bekannt. Nur für den Aufstieg ins Oberhaus hat es nicht reichen wollen.

Gerard Pique, FC Barcelona

Nun also hat sich auch Pique dafür entschieden, 2022 seine Laufbahn zu beenden. Dem Abwehrmann wären in mancherlei Hinsicht bessere Umstände zu wünschen gewesen. Immerhin hat er zuletzt mehr Schlagzeilen mit privaten Problemen mit der Langzeit-Partnerin Shakira geschrieben als mit sportlichen Top-Leistungen. Dennoch ist Pique am Samstag ein toller Abschied im Camp Nou gewiss.

(Statistiken via Transfermarkt)

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Lars Pollmann  
04.11.2022