Fenerbahce-Profi

Karriere mit Hindernissen: Glasner glücklich über "Happy End" für Berisha

Mergim Berisha (l.) mit seinem ehemaligen Trainer Oliver Glasner. Foto: Imago

Wenn Eintracht Frankfurt am Donnerstagabend in der Europa League auf Fenerbahce Istanbul trifft, kommt es zum Wiedersehen zwischen Eintracht-Trainer Oliver Glasner und Fener-Stürmer Mergim Berisha. Für den Österreicher ist die Karriere seines ehemaligen Spielers ein "Paradebeispiel" für ein Happy End im Profifußball. 

Aus dem Deutsche Bank Park in Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Benjamin Heinrich

In der Saison 2017/18 spielte Mergim Berisha für den LASK in der österreichischen Bundesliga und schaffte dort in 18 Spielen (fünf Tore, fünf Vorlagen) den Durchbruch in der dort höchsten Spielklasse, ehe ihn ein Bänderriss außer Gefecht setzte. "Wir haben ihn damals als 19-jährigen Spieler ausgeliehen aus Salzburg, weil sich unser Stürmer kurz vor Saisonbeginn verletzt hat. Er hat dann eigentlich eine sehr gute Saison gespielt", erzählte Oliver Glasner, jetziger Trainer von Eintracht Frankfurt und damaliger Coach in Linz von seinem ehemaligen Schützling. Doch nach nur einer Saison trennten sich schon wieder die Wege: "Ich habe darum gekämpft, dass er weiter in Linz bleibt, habe versucht ihn zu überzeugen. Er war aber der Meinung, dass es der bessere Schritt ist nach Salzburg zurück zu gehen." 

Da sieht man, "dass es nicht nur steil nach oben geht"

Dort allerdings konnte der mittlerweile 23-Jährige nicht Fuß fassen und wurde in die deutsche 3. Liga zum 1. FC Magdeburg verliehen. "Dann war er ein bisschen traurig und ich auch, weil ich dachte, dass es bei uns funktioniert hätte", so Glasner. In Magdeburg allerdings habe Berisha dann "de facto keine Rolle gespielt. Er ist einer der jungen Spieler, bei denen man sieht, dass es oft nicht nur steil nach oben geht." Nach einem halben Jahr wurde die Leihe beendet und der Angreifer beim SCR Altach geparkt. Dort machte Berisha mit 16 Toren und zehn Vorlagen in 34 Spielen nachhaltig auf sich aufmerksam, sodass RB Salzburg ihn im Januar 2020 zurückholte. Nach einem durchwachsenen Halbjahr folgte in der vergangenen Saison 2020/21 der endgültige Durchbruch bei RB mit 42 Pflichtspielen, 22 Toren und 14 Vorlagen. "Er musste sich von Stürmer Nummer fünf hocharbeiten für einen Stammplatz", schwärmte Glasner und jetzt sei Berisha mittlerweile U21-Europameister und steht bei Fenerbahce Istanbul unter Vertrag.

"Vor drei Jahren noch in Magdeburg auf der Ersatzbank"

Für Glasner ist Berisha das "Paradebeispiel" dafür, dass Profikarrieren nicht immer nur steil nach oben gehen: "Vor drei Jahren hat er noch beim 1. FC Magdeburg auf der Ersatzbank gesessen. Er ist ein sehr, sehr schönes Beispiel dass es auch wieder schnell nach oben gehen kann, ein Happy End rauskommen kann, wenn man an sich glaubt, an sich arbeitet, immer dran bleibt und sich auch von Rückschlägen nicht aus der Ruhe bringen lässt." Der ehemalige U21-Nationalspieler diene deshalb auch als Vorbild für junge Spieler: "Das können sich die ansehen, die denken, ich unterschreibe meinen ersten Profivertrag und dann geht automatisch Jahr für Jahr nach oben." Es gebe für junge Profis auch immer wieder Rückschlage, wichtig sei es dann aber "dranzubleiben". Dafür sei Berisha ein "Paradebeispiel". Entsprechend groß ist die Freude auf das Wiedersehen in der Europa League und den Aufstieg zuletzt. "Das freut mich für ihn, weil ich ihn als sehr, sehr guten Fußballer und super Kerl kennengelernt habe", so Glasner abschließend. 

Profile picture for user Benjamin Heinrich
Benjamin Heinrich  
16.09.2021