Routinier blickt zurück

Kalou nimmt Stellung zu seinem Video: "Nicht schlau - aber auch kein Verbrechen"

Salomon Kalou wurde bei Hertha BSC suspendiert.
Salomon Kalou wurde bei Hertha BSC suspendiert. Foto: Getty Images

Salomon Kalou hatte mit seinem Video aus der Kabine von Hertha BSC vor dem Re-Start im Mai für ein Beben in der Fußballwelt gesorgt. Die Bundesligisten sorgten sich vor einem Abbruch. Der Ivorer nimmt nach einigen Monaten des Schweigens nun Stellung.

Salomon Kalou ist bei Hertha BSC inzwischen Geschichte, der Angreifer wurde wegen seines Videos aus der Kabine inmitten der Coronakrise nach fast sechs Jahren suspendiert. Er blickte bei Sport Bild zurück: "Mir wurde immer wieder gesagt, ich würde mit dem Video dafür sorgen, dass die Bundesliga nicht zu Ende spielen dürfe. Ist die Saison fertiggespielt worden? Ja!"

Suspendierung als "großer Deal"

Die Suspendierung sei ein "großer Deal" für die Erlaubnis gewesen, weiterspielen zu dürfen: "Aber seien wir in dieser Sache einmal ehr-lich. Ich bin Fußballer und weiß, wie es in den Kabinen der Vereine zugeht. Dort herrscht immer Spaß. In jeder anderen Kabine hätten Sie in dieser Zeit das Gleiche gesehen wie in diesem Video." Das Motiv von Kalou war ein anderes: "Ich wollte den Leuten draußen zeigen, dass es uns gut geht. Aber der Zeitpunkt war schlecht."

Soziale Netzwerke zerfleischten Kalou

Doch Twitter, Facebook und Co. sind erbarmungslos, Fehler werden nicht verziehen und genüßlich seziert: "Über die sozialen Netzwerke geht dann alles sehr schnell. Man denkt, man hat Kontrolle, aber die hast du heute nicht mehr. So war es schade, dass das Video entstanden ist."

Kritik an Hertha

Die Kritik konnte Kalou teilweise nachvollziehen, doch das Verhalten seines Ex-Vereins gefiel ihm nicht: "Ein Problem hatte ich damit, dass der Klub gesagt hat: Salomon hat so lange für uns gespielt – aber egal, wir suspendieren ihn, damit wir nichts mit der Sache zu tun haben." Er forderte: Dabei müssen wir auf dem Teppich bleiben. Ich war nicht im Kranken-haus und habe mich über Corona-Patienten lustig gemacht. Das würde ich nie tun."

Soziales Engagement

Der 35-Jährige verwies auf seine soziale Ader und sein Engagement: "Ich baue jetzt Projekte in Rio auf, um armen Leuten in der Pandemie-Zeit zu helfen. Ich habe also niemandem wehgetan." Kalou stellte klar: "Ich habe ein Video in einer Kabine eines Fußball-Teams gemacht. Nicht schlau, aber auch kein Verbrechen."

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Norman Lauer  
09.09.2020