Mehr Wettbewerb für den Dauermeister

Kahn wünscht sich englische Verhältnisse in der Bundesliga

Dortmund bietet Bayern noch am ehesten die Stirn. Foto: Federico Gambarini/Pool via Getty Images
Dortmund bietet Bayern noch am ehesten die Stirn. Foto: Federico Gambarini/Pool via Getty Images

Der FC Bayern steht dicht vor dem zweiten Triple der Vereinsgeschichte. Dem Wettbewerb in der Bundesliga sind die Münchner schon lange enteilt. Dass daraus international kein Nachteil entsteht, ist derzeit zu sehen. Dennoch wünscht sich Oliver Kahn eine größere Herausforderung.

"Wenn man die Meisterschaften des FC Bayern anschaut der letzten acht Jahre in Folge, dann waren die nicht so, dass man sagen könnte, es war irgendwie knapp", so das Vorstandsmitglied in einer Pressekonferenz nach dem Einzug ins Champions-League-Finale. Tatsächlich waren es in der Saison 2018/19 nur zwei Zähler Vorsprung auf Borussia Dortmund, das sich in den acht Jahren noch am ehesten als Konkurrent der übermächtigen Bayern etablieren konnte. Dies bildete jedoch eindeutig die Ausnahme, weswegen Kahn es womöglich schlichtweg vergessen hat. Der einstige Welttorhüter wünscht sich englische Verhältnisse.

"Fünf, sechs oder sieben Klubs"

"Es gibt niemanden bei uns im Klub, der irgendwas dagegen hätte, wenn der Wettbewerb ähnlich wäre, wie er sich in England darstellt. Wo immer fünf, sechs, manchmal sogar sieben Klubs die Möglichkeit haben, Sieger in der Premier League zu werden." Dabei handelt es sich freilich um ein etwas verklärtes Bild, denn auch auf der Insel ist der FC Liverpool zuletzt einsam Meister geworden. Und haben sich die Reds sowie Manchester City von der Konkurrenz nachhaltig abgesetzt.

"Verpflichtung, international vorne mitzuspielen"

Kahn würde aber wohl zumindest gefallen, wenn sich der BVB in eine derartige Richtung entwickeln würde. Realistisch ist dies freilich nicht, weil die finanzielle Diskrepanz über Jahrzehnte angewachsen ist und unaufholbar scheint. "Der FC Bayern ist ein globaler Verein, der die Verpflichtung hat, international vorne mitzuspielen", erklärt Kahn. "Das ist, was bei uns im Fokus steht. Alles andere können wir nicht beeinflussen." Das darf wohl durchaus als Hinweis darauf verstanden werden, dass der Klub nicht zurückstecken will, um die Konkurrenz näher an sich heran zu lassen.

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Lars Pollmann  
20.08.2020