Debatte um Gehälter

Kahn: "Wir sind die Ersten, die kritisiert werden", wenn keine Topspieler kommen

Kahn bei der Vorstellung von Leroy Sane. Foto: Handout/Getty Images
Kahn bei der Vorstellung von Leroy Sane. Foto: Handout/Getty Images

In der Corona-Pandemie haben beinahe eingestaubte Debatten um das Thema der exorbitanten Gehälter im Profifußball neue Nahrung erhalten. Der Ruf nach einer Begrenzung der Verdienstmöglichkeiten ist immer wieder laut geworden. Allerdings fehlt der Idee etwas die Weitsicht, wie Oliver Kahn anmerkt.

"Wir befinden uns mit dem Fußball im europäischen Wettbewerb. Wenn wir jetzt anfangen, Gehälter zu reduzieren, und tun das als Einzige, dann bekommen wir nicht mehr die Spieler, die es uns ermöglichen, international auf höchstem Niveau konkurrenzfähig zu bleiben", so das Vorstandsmitglied des FC Bayern gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Es sei schlichtweg Fakt, dass die besten Spieler des Planeten auch eine entsprechende Vergütung veranschlagen. Zu sehen ist dies etwa in den zähen Vertragsverhandlungen mit David Alaba.

"Für die Einnahmen sind primär die Spieler verantwortlich"

"Und wir sind die Ersten, die dafür kritisiert werden, wenn wir keine Topspieler mehr verpflichten würden", so Kahn weiter. Karl-Heinz Rummenigge bricht derweil gewissermaßen eine Lanze für die Spieler. Der Fairness halber sei darauf hinzuweisen, so der Vorstandsboss des FC Bayern, dass nicht nur Gehälter, sondern auch Umsätze rasant gestiegen seien. "Und für die Einnahmen sind primär die Spieler verantwortlich. Mit der Steigerung der Umsätze haben sie also selbst zur Steigerung ihrer Gehälter beigetragen." Eine Gehaltsbegrenzung hält der Ex-Profi nicht zwingend für zielführend.

"Regulativ, das den Buchstaben des Gesetzes standhält"

Stattdessen setzt er auf das Financial Fairplay der UEFA, das freilich unlängst eine herbe Schlappe kassierte, als der CAS ein Urteil gegen Manchester City deutlich abmilderte. "Das entscheidende Kriterium ist: Wir bräuchten ein Regulativ, das auch den Buchstaben des Gesetzes standhält", fordert Rummenigge. "Financial Fairplay muss neu, seriöser und nachhaltiger aufgestellt werden." Dazu sei die UEFA in Zusammenarbeit mit  "dem gesamten Fußball" aufgefordert. 

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Lars Pollmann  
25.07.2020