Designierter Bayern-Boss über die aktuelle Profi-Generation

Kahn: "Spieler fragen gerne nach dem Warum"

Kahn hat die neue Spielergeneration kennengelernt. Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images
Kahn hat die neue Spielergeneration kennengelernt. Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Oliver Kahn hat bald sein erstes Jahr in Führungsposition beim FC Bayern hinter sich. Der designierte Vorstandschef hat historische Monate erlebt, mit der Corona-Pandemie und schwer zu fassenden Erfolgen. Dabei bekam es der Ex-Profi auch mit einer neuen Spielergeneration zu tun.

"So wie ich die Spieler bei uns kennengelernt habe, fragen sie gerne nach dem Warum, und das muss man ihnen erklären", so der 51-Jährige gegenüber dem Magazin GQ (November-Ausgabe). Dabei gehe es um eine ganze Fülle von Fragen, die sich in einer Mannschaft immer wieder stellen. "Warum sollen wir während der Corona-Krise auf Teile unseres Gehalts verzichten? Warum trainieren wir jetzt dies und das? Warum spielen wir taktisch so oder so Fußball?", zählt Kahn nur einige auf.

"Besser, einem Spieler die Wahrheit zu sagen"

Es herrsche die Erwartung eines ehrlichen Umgangs. "Es ist besser, einem Spieler die Wahrheit zu sagen, als ihn in der Schwebe zu lassen", ist Kahn überzeugt. Dabei kann die Wahrheit auch mal unbequem sein, etwa bei der Frage, warum ein Spieler aktuell hintendran ist. Freilich gibt es in jeder Mannschaft auch Charaktere, die nicht derart wissbegierig sind. "Vereinfacht gesagt gibt es die Individualisten, es gibt Führungsspieler, die gerne auch Verantwortung übernehmen, und die Kollektivspieler", sagt Kahn. "Über einen Kamm scheren" sollte die aktuelle Spielergeneration deshalb niemand.

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Lars Pollmann  
22.10.2020