"Müssen uns mit einer Strukturveränderung beschäftigen"

Jobst: Schalke erarbeitet Konzept zur Ausgliederung

Jobst lässt die Katze aus dem Sack. Foto: INA FASSBENDER/AFP via Getty Images
Jobst lässt die Katze aus dem Sack. Foto: INA FASSBENDER/AFP via Getty Images

Der FC Schalke 04 ist im Jahr 2020 nicht nur sportlich angeschlagen. Die wirtschaftliche Lage des Klubs ist besorgniserregend. Die Verantwortlichen bei den Königsblauen liebäugeln deshalb schon länger mit der Ausgliederung der Profiabteilung. Alexander Jobst gibt nun zu, dass die Pläne vorangehen.

"Wir arbeiten derzeit an einem Konzept, um dem FC Schalke 04 eine Struktur zu geben, die zum einen zu 104 Prozent zu unserem Verein passt, es uns zum anderen aber ermöglicht, langfristig wieder höhere Ziele in Angriff zu nehmen", so der Vorstand gegenüber dem kicker (Montagsausgabe). Bei einem Verharren auf den aktuellen Strukturen, meint Jobst, müsse sich der S04 langfristig von seinen sportlichen Ambitionen verabschieden. "Wollen wir auch in Zukunft ein ambitionierter Verein sein, dann müssen wir uns mit einer Strukturveränderung beschäftigen", so der Marketing-Chef.

"Veränderung unumgänglich"

Beim eigenen Anhang gibt es große Reservationen gegenüber der Ausgliederung der Profiabteilung. Allerdings glaubt Jobst dabei an eine laute Minderheit. "Eine Mehrzahl der Mitglieder ist bereit, darüber zu diskutieren", ist der 47-Jährige überzeugt. Dies sei durch die Corona-Pandemie noch mehr der Fall als zuvor. Es sei endgültig "deutlich geworden, dass eine Veränderung unumgänglich ist", formuliert Jobst. Dennoch dürfte der Klub hart darum kämpfen müssen, eine nötige Mehrheit unter den Mitgliedern zu organisieren. Deshalb verspricht Jobst, ihnen vorab die Möglichkeit der Partizipation geben zu wollen.

"Fans und Mitglieder einbinden"

"Sobald wir die Vorarbeiten abgeschlossen haben, werden wir unsere Fans und Mitglieder einbinden, das Für und Wider gemeinsam abwägen und uns in aller Ruhe detailliert austauschen", sagt Jobst. Schalke, seit Januar in der Bundesliga sieglos, schiebt ungefähr 200 Millionen Euro Verbindlichkeiten vor sich her. Ein Allheilmittel ist die Ausgliederung sicher nicht. Dennoch sind die Verantwortlichen überzeugt, dass Investitionen von außen unabdingbar sind.

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Lars Pollmann  
11.10.2020