HSV-Boss

Jansen fürchtet um Existenzgrundlagen: "Es ist fünf nach 12"

Auch beim HSV bleiben die meisten Plätze leer. Foto: Getty Images
Auch beim HSV bleiben die meisten Plätze leer. Foto: Getty Images

Wenn der Hamburger SV am Freitagabend bei Dynamo Dresden spielt, werden bis zu 1000 Fans dabei sein dürfen. Bei einem Heimspiel wäre die doppelte Anzahl maximal möglich. Viel Geld verdient kein Klub, der 2000 Fans ins Stadion lassen darf. Und so sieht Marcell Jansen eine gefährliche Gesamtsituation für viele Vereine.

"Die Situation muss man sehr ernst nehmen, weil Ticketingerlöse immer auch ein beachtlicher Teil auf der Einnahmenseite waren und sind", erklärt der Präsident des Hamburger SV gegenüber dem Hamburger Abendblatt. "Viele Menschen in Deutschland machen sich gerade mit Recht Sorgen um unsere Sportvereine." Es gehe dabei nicht nur um den Fußball oder den HSV, sondern auch seine Konkurrenten und andere Sportarten.

"Die großen Traditionsvereine trifft es härter"

"Es ist nicht fünf vor 12 Uhr. Es ist fünf nach 12 Uhr. Ohne Zuschauer bricht allen Klubs irgendwann die Existenzgrundlage weg", zeichnet Jansen ein alarmierendes Bild. Sein HSV gehöre dabei zu der Gruppe von Vereinen, die besonders schwer betroffen seien, meint der Ex-Nationalspieler. "Sicher kann ich sagen, dass es die großen Traditionsvereine wie den HSV, Schalke, Köln und Gladbach sicherlich härter trifft als die Klubs, die ohnehin nur bedingt auf Zuschauereinnahmen angewiesen sind."

"Uns droht vieles wegzubrechen"

Vereine mit Konzernen und Mäzenen im Hintergrund haben vermutlich weniger große Sorgen, infolge der Pandemie an den Rand des Abgrunds gedrängt zu werden. "Wir alle brauchen eine Perspektive. Ich weiß, dass es auch für die Politik nicht einfach ist. Aber so kann es doch nicht weitergehen. Uns droht vieles wegzubrechen", erklärt Jansen. "Irgendwann hat man dann vielleicht die Inzidenzen im Griff. Aber für welchen Preis? Das kann nicht mehr lange so funktionieren." In ein ähnliches Horn hatte unlängst bereits der künftige DFL-Aufsichtsratschef Hans-Joachim Watzke gestoßen (fussball.news berichtete).

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Lars Pollmann  
13.01.2022