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Internationale Clubwettbewerbe: Geschichte und Hintergründe der Champions League, Europa League und Conference League

Internationale Clubwettbewerbe bieten den Fans viel Spaß und Spannung. Bild: Adobe Stock :
Internationale Clubwettbewerbe bieten den Fans viel Spaß und Spannung. Bild: Adobe Stock :

Für Fußballfans gibt es die verschiedensten Turniere und Wettbewerbe, bei denen sie Spiele mit viel Spannung verfolgen können. Dazu gehören unter anderem die Bundesliga sowie die in vierjährigen Intervallen stattfinden Welt- und Europameisterschaften. Aber auch internationale Clubwettbewerbe wie die Champions League, die Europa League oder neuerdings die Conference League ziehen ein großes Publikum an. Wie sind Letztere entstanden und welche spannenden Fakten sollten Fußball-Fans dazu kennen?

Die Champions League

Die Champions League ist ein Wettbewerb, der von der UEFA alljährlich veranstaltet wird. Im Rahmen dieser Meisterschaft treten die besten Mannschaften der europäischen Ligen gegeneinander an. Aus der Bundesrepublik qualifizieren sich aktuell die besten vier Teams der vorherigen Bundesliga-Saison für die Teilnahme.

Entstehungsgeschichte

Der Wettbewerb hat eine durchaus spannende Entstehungsgeschichte. Offiziell gibt es das Turnier seit der Saison 1992/93, zumindest unter diesem Namen. Bereits viel früher jedoch wurden die Weichen durch das Vorgängerturnier, den Europapokal der Landesmeister, gestellt.

Dieser bestand bereits seit dem Jahr 1955. In der ersten Saison des Europapokals der Landesmeister nahmen 16 Mannschaften teil, über die Jahre und Jahrzehnte konnten Teams aus den verschiedensten Teilen Europas den Wettbewerb für sich entscheiden.
1992 kam es zu einer großen Umstrukturierung. Ziel war es unter anderem, eine besondere Marke zu schaffen, die weit über den Fußball hinausgeht und auf die Ansprüche der Fernsehzuschauer angepasst ist.
Die Liga sollte also zunehmend kommerzialisiert werden. Daher ist es wenig verwunderlich, dass die Champions League ein Logo und eine einprägsame Hymne bekam, die heutzutage wohl nahezu jedem Fußball-Fan bekannt ist.

Rekordmeister in der Champions League

Über nunmehr drei Jahrzehnte haben einige Mannschaften, die am Turnier teilgenommen haben, nennenswerte Rekorde erzielen können. Dazu zählen unter anderem die meisten Turniersiege.
Diese Liste führt Real Madrid mit großem Abstand an. Ganze 14-mal konnten die Mannschaft aus Spanien das Turnier für sich entscheiden. Mit sieben Siegen belegt der AC Mailand den zweiten Platz, auf Rang drei findet sich der FC Liverpool. Das Team konnte das Turnier sechsmal für sich entscheiden.

Aus deutscher Sicht hält der FC Bayern München mit ebenfalls sechs Siegen den Rekord. Das Team nahm bei einem Blick auf Mannschaften aus der Bundesrepublik gleichzeitig am häufigsten an diesem Wettbewerb teil.
Andere deutsche Teams, die die Champions League jeweils einmal für sich entscheiden konnten, sind der Hamburger SV sowie Borussia Dortmund. Ersterer schaffte den Turniersieg noch zur Ära des Europapokals der Meister im Jahr 1983, zweiterer 1997.

Rekordtorschützen im Wettbewerb

Ebenfalls interessant ist ein Blick auf die Spieler, die während ihrer Zeit in der Champions League die meisten Tore geschossen haben. Angeführt wird diese Liste mit deutlichem Abstand von Cristiano Ronaldo.
Auf Platz zwei findet sich Lionel Messi. Darauf folgen Robert Lewandowski und Karim Benzema. Letztere dominierten gleichzeitig die Torschützenliste der Saison 2021/22. Benzema konnte in dieser Spielzeit 12 Treffer erzielen, Lewandowski zehn.

Die Saison 2022/2023

Die laufende Champions-League-Saison verspricht viel Spaß und Spannung für Fußballfans. Titelverteidiger ist dieses Mal der Rekordsieger Real Madrid, der die letzte Saison im Mai dieses Jahres für sich entscheiden konnte.
Aus deutscher Sicht gibt es Positives zu berichten. So ist das Starterfeld der Teams aus der Bundesrepublik, die sich in dieser Saison unter den 32 Mannschaften des Wettbewerbes finden, außergewöhnlich groß. Mit dabei sind:

- der FC Bayern München,
- Eintracht Frankfurt (konnte sich über die Europa League qualifizieren, dazu gleich mehr),
- RB Leipzig,
- Borussia Dortmund
- und Bayer Leverkusen.

Die Europa League

Die Europa League ging aus dem UEFA-Pokal hervor - durch die Umbenennung sollte der Wettbewerb kommerzialisiert werden. Foto: Adobe Stock

Bild: Die Europa League ging aus dem UEFA-Pokal hervor - durch die Umbenennung sollte der Wettbewerb kommerzialisiert werden. Quelle: Adobe Stock

Ein weiterer spannender internationaler Wettbewerb, den sicherlich viele Fußballfans gerne verfolgen, ist die Europa League, die ebenfalls von der UEFA veranstaltet wird. Für dieses Turnier qualifiziert sich aus deutscher Sicht die Mannschaft, die den fünften Platz in der vorherigen Bundesligasaison belegte. Darüber hinaus darf der Gewinner des DFB-Pokals teilnehmen.

Entstehung der Europa League

Ähnlich wie die Champions League hat auch die Europa League einen Vorgänger-Wettbewerb: Den UEFA-Pokal. Das Turnier existierte ab der Saison 1971/72 und ging wiederum aus dem Messestädte-Pokal hervor.

In der ersten Saison des UEFA-Pokals gab es ganze 64 Teilnehmer – ein ungewöhnlich großes Feld an Mannschaften für einen Fußball-Wettbewerb, zumindest aus heutiger Sicht. Ähnlich wie bei der späteren Europa League wurde die Qualifikation durch die Tabellen der letzten nationalen Wettbewerbe entschieden.

Für das Finale gab es ein Hin- und Rückspiel, erster Gewinner des UEFA-Pokals war Tottenham. Das Turnier konnten aus deutscher Sicht der FC Bayern München, Eintracht Frankfurt, Borussia Mönchengladbach, Bayer 04 Leverkusen sowie der FC Schalke 04 für sich entscheiden.
Die Umbenennung des Wettbewerbes zur Europa League fand für das Jahr 2009 bzw. die Saison 2009/2010 statt. Ähnlich wie bei der Champions League war das Ziel dieses Schrittes, das Turnier zu kommerzialisieren und höhere Werbeeinnahmen erzielen zu können.

Wissenswertes zu diesem Clubwettbewerb

In der ersten Saison der Europa League 2009/2010 konnte sich Atletico Madrid den Titel sichern. Aus deutscher Sicht kam mit einem Einzug ins Halbfinale der HSV am weitesten. Besonders häufig konnte der Sevilla FC das Turnier seit der Umbenennung für sich entscheiden.
Das Team gewann in den Jahren 2014, 2015 und 2016 gleich drei Mal hintereinander, auch im Jahr 2020 erreichte es den Titel. Weitere Sieger waren bisher unter anderem:

- Atletico Madrid,
- der Villarreal CF,
- der Chelsea FC,
- der FC Porto
- sowie Manchester United.  

Bei einem Blick auf diese Liste fällt auf, dass überdurchschnittlich viele Gewinner des Wettbewerbes aus Spanien kommen. Allerdings gab es auch einen Sieger aus der Bundesrepublik.
2022 konnte Eintracht Frankfurt das Turnier für sich entscheiden, was einer Sensation gleichkam und von den Fans umfangreich gefeiert wurde. Gegner im Finale waren die Glasgow Rangers. Zum ersten Mal seit mehr als 40 Jahren konnte Frankfurt einen derartigen Sieg erringen.

Torschützenkönige der Saisons

Seit der Umbenennung brachte die Europa League einige Torschützenkönige hervor. Die meisten Treffer in einer Saison schaffte Radamel Falcao in der Spielzeit 2010/2011 mit 17 Treffern, auch im Folgejahr führt er diese Liste mit 12 Toren an.
In der Saison 2018/2019 traf Oliver Giroud immerhin 11-mal für den FC Chelsea. Kurios: In der Spielzeit 2020/2021 teilten sich vier Spieler, die jeweils sieben Tore erzielten, den Rekord:

- Yusuf Yazici,
- Pizzi,
- Gerard
- sowie Borja Mayoral.

Die Conference League

Die Conference League soll es kleineren Teams ermöglichen, auf einer großen europäischen Bühne stattzufinden. Foto: Adobe Stock

Bild: Die Conference League soll es kleineren Teams ermöglichen, auf einer großen europäischen Bühne stattzufinden. Quelle: Adobe Stock

Die Conference League wiederum hat eine im Vergleich zu den anderen internationalen Clubwettbewerben äußerst kurze Geschichte. Er wird erste seit der Saison 2021/22 ausgetragen.

Aus deutscher Sicht qualifiziert sich die Mannschaft, die den sechsten Platz in der Bundesliga belegt, für den Wettbewerb. Allerdings muss dieses Team dann zunächst die Play-offs der neuen Liga bestehen, um an der Gruppenphase teilnehmen zu können. Insgesamt nehmen am Wettbewerb 32 europäische Mannschaften teil.
Das Ziel dabei ist es, den Zugang zur Europa League zu öffnen. So sollen kleinere Teams die Möglichkeiten bekommen, diesen Schritt sozusagen über den Umweg der Conference League zu gehen.

Der Sieger dieses Wettbewerbs nimmt nämlich in der Folgesaison automatisch an der Gruppenphase der Europa League teil – es sei denn, er qualifiziert sich auf einem anderen Weg für die Champions League. So kann die Conference League als eine Art europäische dritte Liga eingeordnet werden.
Die erste Saison des Wettbewerbes konnte der AS Rom für sich entscheiden. Ende Mai gewann die italienische Mannschaft den Titel im Finale in Tirana gegen Feyenoord Rotterdam mit einem Endstand von 1:0.

Fazit

Die internationalen Clubwettbewerbe bieten den Fans viel Spaß und Spannung. Die Champions League und Europa League haben jeweils Vorgänger-Turniere und somit eine längere Historie. Beide Wettbewerbe wurden im Zuge einer Umbenennung kommerzialisiert. Die Conference League wiederum ist ein neuer Wettbewerb, der es kleineren Teams erleichtern soll, auf einer großen europäischen Bühne stattzufinden und sich für die Europa League zu qualifizieren.

Die Recherche und Erstellung des Textes wurden durch einen externen Redakteur vorgenommen und stammen nicht aus der eigenen Redaktion.

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f.news  
28.07.2022