Falscher Fokus?

Impfdebatte im Fußball: Für Heidel "Populismus pur"

Heidel ärgert sich über die Politik. Foto: Getty Images
Heidel ärgert sich über die Politik. Foto: Getty Images

Die galoppierenden Inzidenzen in der Bundesrepublik haben merkliche Auswirkungen auf den Fußball. Mit RB Leipzig muss am Sonntag etwa der erste Bundesligist wieder ein Spiel ganz ohne Zuschauer bestreiten. Für viel Gesprächsstoff sorgt auch die Debatte um das Thema Impfung. Christian Heidel ist davon regelrecht genervt.

"Einige Politiker haben in einer der schlimmsten Situationen, die dieses Land seit dem Zweiten Weltkrieg erlebt, offenbar nichts anderes im Sinn, als sich darüber auszulassen, dass Fußballer geimpft sein müssen", sagt der Sportchef des FSV Mainz 05 gegenüber den Stuttgarter Nachrichten. Dabei verkennen die vielen öffentlichen Kritiker der Bundesliga jedoch, dass im Profifußball eine sehr hohe Impfquote vorliege. In Mainz beziffert Heidel sie etwa auf 98 Prozent.

"Vielleicht noch 100 ungeimpfte Fußballer"

"Jede und jeder in diesem Land sollte sich impfen lassen, um sich und andere vor diesem tückischen Virus zu schützen. Aber die Politik soll sich doch bitte auf die wahren Probleme der Pandemie konzentrieren", fordert der Bundesliga-Manager deshalb. Es sei "bedenklich", dass sich wiederholt Politiker mit dem Verweis auf den Fußball zu profilieren versuchen. "Das ist Populismus pur", meint Heidel, der eine Konzentration auf "20 Millionen ungeimpfte Menschen in Deutschland" empfiehlt, anstatt sich mit "vielleicht noch 100 ungeimpfte Fußballern" zu beschäftigen. Am 13. Spieltag, den Mainz beim VfB Stuttgart eröffnet, fehlen zahlreiche Profis nach positiven Corona-Tests. Darunter befinden sich neben Fällen von Impfdurchbrüchen auch Spieler wie Joshua Kimmich, die bisher nicht gegen das Virus geimpft waren.

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Lars Pollmann  
26.11.2021