"Große Galionsfigur"

Impf-Debatte: Eberl redet Kimmich ins Gewissen

Kimmich ist noch nicht gegen Corona geimpft.
Kimmich ist noch nicht gegen Corona geimpft. Foto: Adam Pretty/Getty Images

Mittelfeldspieler Joshua Kimmich vom FC Bayern hat mit seiner Bekanntgabe, noch gegen das Coronavirus ungeimpft zu sein, eine bundesweite Debatte entfacht. In Max Eberl schaltet sich nun auch der Sportdirektor von Liga-Rivale Borussia Mönchengladbach ein - und rät dem Bayern-Star zur Impfung.

Da Joshua Kimmich Bedenken bezüglich Langzeitstudien der Corona-Impfung besitzt, ist der 26-Jährige bis dato ungeimpft. Jedoch soll er nicht der einzige Spieler beim FC Bayern sein, der ungeimpft ist. Laut der Bild-Zeitung gibt es noch vier weitere Spieler beim Rekordmeister, die ungeimpft sind. Besser hingegen scheint es beim Thema Impfquote bei Borussia Mönchengladbach zu laufen. "Wir hier bei Borussia haben noch einen Akteur, der sich bislang nicht hat impfen lassen, dies aber jetzt tun wird. Dann sind wir bei einer Impfquote von einhundert Prozent in unserem Lizenzbereich angekommen", teilte Max Eberl nun gegenüber gladbachlive.de mit.

"Haben eine Strahlkraft zu berücksichtigen" 

Der 48-Jährige wies in diesem Zuge auf die Vorbildfunktion der Profifußballer hin, "der wir auch gerecht werden wollen, womöglich sogar müssen. Trotzdem steht es jedem Menschen frei, zu entscheiden, was er für seine Gesundheit tun möchte". Laut Eberl müssen Personen des Öffentlichen Lebens "innerhalb anderer Parameter entscheiden". Eberl führte aus: "Wir können nicht nur für uns entscheiden, sondern haben eine Strahlkraft zu berücksichtigen. Die Diskussion um Joshua Kimmich ist nicht umsonst in dieser Dynamik vorhanden."

"Ich bin ein Befürworter des Impfens"

Eberl charakterisierte Kimmich als "Vollprofi" und "Top-Mensch", dennoch gab er zu bedenken: "Dadurch, dass wir in der Fußball-Bundesliga so in der Öffentlichkeit stehen, müssen wir allerdings zugleich einen Tribut zollen. Wir müssen genau abwägen, wie wir mit unserer Vorbildfunktion umgehen." So glaube er, dass Kimmich in den vergangenen Wochen bewusst geworden sei, "dass er nicht nur als Joshua Kimmich entscheidet, sondern als eine der ganz großen Galionsfiguren des deutschen Fußballs". Der Sportdirektor der 'Fohlen' hofft deshalb, dass sich Kimmich noch impfen lässt. Eberl resümierte: "Ich bin ein Befürworter des Impfens. Das ist zugleich ein Appell von mir, sich impfen zu lassen, um eben somit auch mehr Normalität für uns alle zu bekommen."

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Adrian Kuehnel  
13.11.2021