Bezirksbürgermeister spricht von "Revolution"

Hundertfache Schnelltests? Union hält an Zuschauerplan fest

Union will die Distanz zu den Fans ablegen. Foto: MAJA HITIJ/AFP via Getty Images
Union will die Distanz zu den Fans ablegen. Foto: MAJA HITIJ/AFP via Getty Images

An wenigen Bundesliga-Standorten ist die Bindung der Profimannschaft zu den Fans so intensiv wie bei Union Berlin. Die Eisernen setzen sich durchaus nachvollziehbarerweise für die schnellstmögliche Rückkehr der Zuschauer in die Stadien ein. Bislang scheint das unrealistisch. Doch der letztjährige Aufsteiger hält an den Plänen fest.

Wie die Bild-Zeitung berichtet, fußt die Idee vor allem darauf, sämtliche Zuschauer vor Einlass ins Stadion einem Corona-Test zu unterziehen. Dem Klub liege das Angebot eines Medizin-Dienstleisters vor, der Hunderte Schnelltests gleichzeitig auswerten könne. 98 Prozent aller Tests seien so in sechs bis acht Stunden auszuwerten. Das Ergebnis werde elektronisch an den Probanden übermittelt, der nur bei Nachweis eines negativen Tests ins Stadion darf. So wären aus Sicht von Union Abstandsgebote weniger relevant und die Zahl der Zuschauer deutlich zu erhöhen.

Bundesliga dürfte Solidarität einfordern

Politische Unterstützung scheint den Eisernen sicher. "Lässt sich Unions Konzept umsetzen, wird es die Veranstaltungsbranche in Corona-Zeiten revolutionieren", zitiert das Boulevardblatt den zuständigen Bezirksbürgermeister Oliver Igel (SPD). Allerdings sei davon auszugehen, dass die 35 übrigen Mitglieder der DFL von Union Solidarität einfordern werden, sofern es an übrigen Standorten bei einem weitgehenden oder vollständigen Verbot von Zuschauern bleiben sollte. Igel ist aber überzeugt, dass die Köpenicker Vorreiter für die gesamte 1. und 2. Bundesliga sein können. "Das Konzept bietet Sicherheit für Zuschauer und Nicht-Beteiligte. Es wird die Haltung der Gesundheitsminister relativieren."

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Lars Pollmann  
17.08.2020