Endlich angekommen

Hütter: Sow "jetzt dort, wo ich ihn mir von Anfang an gewünscht hätte"

Djibril Sow (Nr. 8) wird von seinen Eintracht-Kollegen zur Vorlage beglückwünscht. Foto: Imago

Djibril Sow gehörte beim 2:1-Sieg von Eintracht Frankfurt gegen Bayer Leverkusen zu den besten Spielern auf dem Platz. Der 23-Jährige bestätigte seine aufsteigende Form und zeigt, warum er vor eineinhalb Jahren der Wunschtransfer von Trainer Adi Hütter war.

Aus dem Deutsche Bank Park in Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Benjamin Heinrich

Selbstbewusst, spielbestimmend und gewohnt laufstark: Djibril Sow spulte beim Heimsieg von Eintracht Frankfurt gegen Bayer Leverkusen ein hohes Pensum ab, lief fast 13 Kilometer. Der Schweizer scheint nach eineinhalb Jahren endlich bei der Eintracht angekommen. Trainer Adi Hütter ließ die schwere Anfangszeit des Nationalspielers auf Nachfrage von fussball.news Revue passieren und stellte sich vor seinen Schützling: "Ich glaube, dass Djibril einen schwierigen Einstand hier gehabt hat, weil er sich in der Sommervorbereitung verletzt hat, dann ist er unheimlich schwer in den Tritt gekommen. Er wurde heftig kritisiert, teilweise sicherlich auch berechtigt." Hütter hielt trotz aller Kritik bis zum Lockdown in der vergangenen Saison am Mittelfeldfeldspieler fest, setzte gar ein Stück weit das Leistungsprinzip außer Kraft, weil er von seiner eigentlichen Leistungsfähigkeit überzeugt war. 

"Trikotnummer" als Bürde

Im Sommer 2019 wechselte Sow schließlich als Hütters absoluter Wunschspieler von den Young Boys Bern an den Main. Die Erwartungen waren riesig: "Auf seinem Trikot steht wieviel er schlussendlich gekostet hat, das hat ihn zusätzlich belastet. Er ist ja doch ein junger Spieler", ergänzte der Österreicher auch die 8-Millionen-Euro-Ablöse passend zur Rückennummer des ehemaligen Gladbachers, die zusätzliche Erwartungen im Umfeld, aber auch Druck beim Spieler selbst geschürt haben. Doch Sow steckte nicht auf, suchte seine Chance und hat sich mit langem Anlauf mittlerweile zum Leistungsträger entwickelt: "Ich finde es beeindruckend, wie er sich zurückgekämpft hat, mit einer Ruhe, einer Souveränität, mit beinharten Training. Er hat nie richtig gemotzt, sondern an seinen Schwächen gearbeitet, versucht Selbstvertrauen zu bekommen."

Sow "bestätigt seit Wochen" seine gute Verfassung

Zuletzt holte sich der Mittelfeldspieler das Selbstvertrauen bei der Schweizer "Nati", gehörte im Herbst neben Granit Xhaka vom FC Arsenal im Mittelfeld zu den gesetzten Spielern in der Nationalmannschaft. "Da war dann nicht mehr über ihn hinwegzuschauen. Die Spiele haben ihm sehr gut getan", weiß auch Hütter, der überglücklich über die Entwicklung seines Spielers ist: "Ich bin einfach froh, dass er jetzt dort ist, wo ich ihn mir von Anfang an gewünscht habe. Er bestätigt seit Wochen, dass er in guter Verfassung ist. Das freut mich für ihn natürlich besonders." Lange galt Sow in Frankfurt als unerfülltes Versprechen, doch mit etwas Verspätung platzte der Knoten bei ihm. Er selbst blieb nach der Partie bescheiden: „Ich habe an mir gearbeitet, fühle mich gut. Es fühlt sich jetzt an wie ich selbst, so wie ich spielen kann.“ Die Brust ist breit und in der aktuellen Form ist der Rechtsfuß aus dem Team wahrlich nicht mehr wegzudenken.

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Benjamin Heinrich  
03.01.2021