Eintracht-Trainer

Hütter über Statistikwahn: "Mir ist das teilweise zu viel!"

Adi Hütter warnt vor zu vielen Zahlenspielen im Profifußball. Foto: Getty Images

Die sogenannten "expected Goals", kurz "xG", sind der neue Statistiktrend in der Bundesliga. Frankfurts Trainer Adi Hütter kennt diese Statistik natürlich, kritisiert sie aber auch und warnt davor, solche Zahnspiele überzubewerten, den Blick für das Wesentliche dabei zu verlieren.

Aus Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Benjamin Heinrich

Eintracht Frankfurt kreiert laut understat in der Bundesliga die drittmeisten Situationen, die zu "expected Goals", den zu erwartenden Toren, führen. In der Verwertung allerdings liegen die Hessen auf dem letzten Rang. Ein Manko im Kampf um die europäischen Plätze? Eintracht-Coach Adi Hütter warnte auf Nachfrage von fussball.news vor solchen Zahlenspielen: "Ich halte nicht so viel von der Wertung. Wenn ich mir die Spiele anschaue, weiß ich nicht, wie das beurteilt und bewertet wird. Es gibt mittlerweile so viele Statistiken, in denen man sich verrennen kann. Mir ist das teilweise schon zu viel." Fakt ist für den 50-Jährigen: "Wir haben immer wieder die Qualität, uns Chancen herauszuarbeiten. Natürlich müssen wir sie im richtigen Moment machen."

"Es gibt keine Garantie"

Der Trainer von Eintracht Frankfurt holte noch weiter aus, kritisierte auch die häufiger thematisierte Laufleistung der Teams: "Es gibt keine Garantie, dass, wenn man am meisten läuft, auch das Spiel gewinnt. Man kann auch 60 Prozent der Zweikämpfe gewinnen, wenn in den 40 verlorenen aber die entscheidenden dabei sind, helfen mir die anderen 60 auch nichts!" Vielmehr geht es dem Österreicher um den Gesamteindruck, um das Zusammenspiel von diversen Attributen: "Wenn man keine Tore erzielt oder zu viele bekommt, keine Laufleistung bringt oder nicht in die Zweikämpfe kommt, dann wird es grundsätzlich schwierig." Am Ende sind es halt die Punkte, die zählen. Ganz unabhängig von jeder anderen Statistik.

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Benjamin Heinrich  
20.11.2020