Serbe auf Formsuche

Hütter über Kostic: "Kopf durch die Wand sicher nicht der richtige Weg"

Filip Kostic ist aktuell bei der Eintracht noch auf der Suche nach seiner Bestform. Foto: Imago

Filip Kostic ist in dieser Saison für Eintracht Frankfurt noch nicht der Unterschiedsspieler. Seit seiner Rückkehr ist der Serbe noch auf Formsuche, Trainer Adi Hütter verliert aber keinesfalls das Vertrauen in ihn.

Bereits am 2. Spieltag beim 3:1-Auswärtssieg von Eintracht Frankfurt bei Hertha BSC zog sich Filip Kostic einen Innenbandanriss im Knie zu, fiel in der Folge rund sechs Wochen aus. Sein Debüt feierte der 28-Jährige am 7. Spieltag beim 2:2 in Stuttgart, seitdem wartet der Serbe auf sein erstes Saisontor, vergab mehrmals kläglich. "Ich glaube, er hadert auch momentan manchmal damit, dass er keine Tor macht. An einem Supertag erzielt er in Augsburg mindestens zwei, vielleicht sogar drei Tore", weiß auch Frankfurts Coach Adi Hütter vor der Auswärtsaufgabe seiner Mannschaft beim FSV Mainz 05 am Samstag (15:30 Uhr) um fehlende Effizienz und mangelnde Chancenverwertung beim Linksaußen. 

Hütters Rat an Kostic

Einen einzigen Assist steuerte der ehemalige Hamburger zum Erfolg der Hessen in dieser Saison bislang bei, im Auswärtsspiel bei Union Berlin (3:3) verlängerte Stürmer Andre Silva einen Kostic-Freistoß sehenswert mit dem Kopf. 18 Torschüsse des Serben, nur Silva schoss bei den Frankfurter häufiger (43-mal) aufs gegnerische Tor, fanden bisher allerdings nicht ihr Ziel. Auch Kostics Dribblingquote (27,3 Prozent) liegt noch weit unter der der Vorsaison (56,3). Frankfurts Trainer hat dabei einen Rat für den Nationalspieler: "Da muss er einfach ruhig bleiben, das Vertrauen in die eigenen Stärken, in die eigene Qualität behalten. Wenn man mit dem Kopf durch die Wand will, ist das sicher nicht der richtige Weg." Doch gerade in der Hinsicht wirkte Kostic zuletzt gehemmt, versuchte fast krampfhaft zum Erfolg zu kommen. Dabei weiß auch Hütter: "Man muss die Lockerheit haben, um die richtigen Entscheidungen zu treffen." 

"Die Latte unglaublich hoch gelegt"

Die Ansprüche an Kostic sind in den letzten Jahren gestiegen, die Erwartungshaltung, dass der Linksfuß den Unterschied macht, ist quasi in jedem Spiel vorhanden. "Das Problem ist, dass er die Latte schon unglaublich hoch gelegt hat, in der Phase, in der er richtig gut war", bestätigte auch Hütter. Der wiederum hat weiterhin Vertrauen in seinen Schützling, hält große Stücke auf Kostic: "Er ist ein wichtiger Spieler für uns, weil er den Tiefgang hat. Filip hat ein unglaubliches Volumen und Durchsetzungsvermögen." Das sei für die gegnerischen Teams durchaus imposant. Dass Kostic aktuell noch nicht wieder seine Bestform erreicht hat und vieles liegen lässt, nimmt Frankfurts Trainer gelassen: "Wir lösen das jetzt teilweise über andere Wege." War das Offensivspiel der Hessen in der Vergangenheit noch sehr linkslastig, ist es nun variabler. Das wiederum gibt auch Kostic die Möglichkeit, in Ruhe zurück zur Topform zu finden.

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Benjamin Heinrich  
09.01.2021