Leader fehlt

Kein Boateng, kein Mannschaftsrat: Hütter erklärt die Eintracht-Hierarchie

Mit Kapitän David Abraham, Martin Hinteregger, Kevin Trapp und Makoto Hasebe (v.l.) hat die Eintracht viele Führungsspieler in ihren Reihen. Foto: Imago

Manch ein Mannschaftsrat wird in der Bundesliga gewählt, manch einer bestimmt. Eintracht Frankfurt allerdings hat überhaupt erst keinen - und Trainer Adi Hütter erklärt nun die Gründe für sein Vorgehen.

Was fussball.news in der vergangenen Saison bereits berichtet hatte, bestätigte nun Adi Hütter offiziell: Der Coach von Eintracht Frankfurt verzichtet auf einen für Bundesligateams üblichen Mannschaftsrat. Neben Kapitän David Abraham zieht sich Hütter einige Führungsspieler spontan zu Gesprächen heran, ein festes Gremium ist aber nicht installiert. Neben Abraham sind Keeper Kevin Trapp, die Defensivspieler Makoto Hasebe, Martin Hinteregger, die Mittelfeldspieler Stefan Ilsanker und Sebastian Rode sowie mit Abstrichen auch Timothy Chandler und Filip Kostic in Sachen Führungsaufgaben beim Österreicher gefragt.

Achse statt Mannschaftsrat

Im Gespräch mit Sport1 erklärte der 50-Jährige nun die spezielle Konstellation bei den Hessen: "Wir haben keinen klaren Leader wie Boateng. Es ist grundsätzlich wichtig, dass man eine Achse hat. Das ist nichts anderes als ein Mannschaftsrat." Offiziell gewählt oder bestimmt wurde dieser in Frankfurt nicht, Hütter entscheidet ganz situativ, welche Spieler er in welchen Situationen einbezieht. Letztlich eine sehr flache Hierarchie aufgrund des fehlenden "Leitwolfs" bei der Eintracht, wie es Regisseur Kevin-Prince Boateng in der Saison 2017/18 für die Frankfurter gewesen war. 

"Funktioniert sehr, sehr gut"

Die Verantwortung wird auf viele Schultern verteilt: "Wir haben Spieler in unseren Reihen, die 26 bis 29 Jahre alt sind. Die schon unglaublich viele Spiele absolviert haben, davon auch unglaublich viele internationale. Und die auch in diese Rolle schlüpfen können, müssen und werden", sagte Hütter deshalb. Auch Rechstverteidiger Danny da Costa, der die Mannschaftskasse verwaltet, und Mittelfeldspieler Dominik Kohr könnten in eine solche Rolle wachsen. Den Verantwortlichen gefällt das Modell jedenfalls: "In der jetzigen Konstellation funktioniert das sehr, sehr gut."

Profile picture for user Benjamin Heinrich
Benjamin Heinrich  
18.10.2020