Noch-Sportdirektor

Hübner: "Kann mir Roger Schmidt bei der Eintracht gut vorstellen"

Eintrachts Sportdirektor Bruno Hübner (l.) bei einem herzlichen Wiedersehen mit Roger Schmidt im Jahr 2016. Foto: Imago

2014 wäre Roger Schmidt als Trainer fast schon bei Eintracht Frankfurt gelandet, auch 2018 war er ein Thema bei den Hessen. Klappt es mit dem aktuellen Coach der PSV Eindhoven im dritten Anlauf? Sportdirektor Bruno Hübner hält in jedem Fall große Stücke auf den 54-Jährigen.

Bruno Hübner zeichnete sich in seiner Amtszeit bei Eintracht Frankfurt vor allem in den letzten Jahren mit einem guten Gespür für Trainer aus. Die Personalien Niko Kovac und Adi Hütter lagen zu großen Teilen in seinen Händen, beide Trainer schrieben ihre Erfolgsgeschichte mit der Eintracht. 2014 suchte der 60-Jährige einen Nachfolger für Armin Veh, den es nach drei Jahren zum VfB Stuttgart zog. Ein Kandidat damals: Roger Schmidt. Der Wechsel nach Frankfurt scheiterte auf den Zielgeraden, weil sich Schmidt dann doch für Bayer Leverkusen entschied. "Ich habe mich mit Roger mehrmals getroffen und telefoniert. Wir waren relativ weit. Ich war damals beim Spiel RB Salzburg gegen den FC Basel in der Champions League. Da habe ich mich gewundert, dass Michael Reschke (Anm. d. Red.: zu der Zeit Manager von Bayer Leverkusen) vor mir gesessen hat. Da hatte ich schon kein gutes Gefühl mit Leverkusen", plauderte Hübner auf Nachfrage von fussball.news aus dem Nähkästchen und erklärte: "Es waren nur Nuancen, dass er dann nach Leverkusen gegangen ist." Eine entscheidende Nuance war wohl die Aussicht auf die große Bühne Champions League. Auch 2018 stand Schmidt, damals bei Beijing Guoan in China unter Vertrag, wohl als Nachfolger von Niko Kovac auf einer erweiterten Kandidatenliste. Am Ende bekam aber Adi Hütter den Zuschlag.

"Roger ist auch ein Topmensch!"

Drei Jahre später suchen die Hessen auch für Hütter einen Nachfolger. In die Suche ist Hübner, der zum Saisonende bei der Eintracht aufhören wird, nicht mehr direkt involviert. Den sportlich Verantwortlichen legte er eine Verpflichtung Schmidts dennoch ans Herz: "Roger ist ein absoluter Fachmann, er ist ein Offensivfanatiker, total ehrgeizig und er lebt den Fußball. Der Austausch mit ihm - egal zu welchem Zeitpunkt - war immer sehr konstruktiv. Auch als Persönlichkeit an der Außenlinie, wie er die Sache angeht. Es wäre sicherlich ein Trainer, den ich mir bei Eintracht Frankfurt gut vorstellen kann. Auch wenn ich da vielleicht keine Optionen mehr drin habe." Der Kontakt zum gelernten Ingenieur riss laut Hübner nie ab. Eintracht-Akteure wie Martin Hinteregger oder Stefan Ilsanker lobten einst in Interviews die fachlichen, aber auch menschlichen Qualitäten des Sauerländers. Dass im Umfeld der Hessen menschliche Vorbehalte gegenüber Schmidt herrschen, weil der an der Seitenlinie durchaus emotional agiert und dabei auch mal über die Stränge schlägt, wie die verbalen Scharmützel mit mit Schiedsrichter Felix Zwayer und seinem Trainerkollegen Julian Nagelsmann (beides 2016) einst zeigten, wollte Hübner deshalb in keinem Fall gelten lassen: "Er ist ein Top-Fachmann, ein Top-Trainer. Mir haben die Gespräche sehr viel Spaß gemacht. Er ist auch ein Topmensch. Ich kann nur positiv von ihm sprechen." Schmidt hat in Eindhoven noch einen Vertrag bis 2022, die Eintracht müsste eine Ablöse bezahlen. In Frankfurt könnte er dann auf Markus Krösche treffen, mit dem er in Paderborn und Leverkusen zusammen spielte und arbeitete, und der bei den Hessen als heißer Kandidat auf die Nachfolge von Fredi Bobic als Sportvorstand gilt. 

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Benjamin Heinrich  
29.04.2021