2. Bundesliga:

Roundup: HSV verpasst Sieg gegen Nürnberg, Bremen verliert deutlich in Dresden

Im Spitzenspiel des Sonntags empfing der Hamburger SV den 1. FC Nürnberg. Foto: Imago.
Im Spitzenspiel des Sonntags empfing der Hamburger SV den 1. FC Nürnberg. Foto: Imago.

Der 1. FC Nürnberg bleibt weiter ungeschlagen, beim Hamburger SV sammelten die Franken einen Punkt (2:2). Werder Bremen verlor klar gegen Dynamo Dresden (0:3), während der SV Sandhausen beim Comeback von Alois Schwartz gegen Hannover 96 gewann (2:1).

HSV macht Druck - Nürnberg hält stand 

Im Volksparkstadion lieferten sich der Hamburger SV und der 1. FC Nürnberg von Beginn an ein intensives Duell. Beide Mannschaften liefen den Gegner hoch an und pressten energisch. Die ersten Chancen hatte der HSV durch Davd Kinsombi (13.) und Sonny Kittel (15.), beide Male war Christian Mathenia zur Stelle. Auf der anderen Seite setzte Tim Handwerker seinen Schuss knapp am Pfosten vorbei (16.). Kurz darauf bekam Nürnberg nach einem Foulspiel von Mario Vuskovic an Nikola Dovedan einen Elfmeter zugesprochen. Enrico Valentini brachte den Ball vom Punkt platziert im rechten Toreck unter, Daniel Heuer Fernandes streckte sich vergebens (22.). Der HSV wirkte unbeeindruckt, spielte weiter nach vorne: Kittel vergab zunächst eine gute Gelegenheit (25.), ein paar Minuten später belohnten sich die Hausherren für ihre Bemühungen: Nach einer Standardsituation machte Jonas Meffert den Ball aus zentraler Position scharf, Robert Glatzel visierte mit seinem Kopfball das lange Eck an und erzielte den Ausgleich, der jedoch erst nach einer Überprüfung des Video-Assistenten gegeben wurde (33.). Hamburg blieb am Drücker und hatte durch Kittel (37.) und Glatzel (45.+3) zwei weitere Großchancen, allerdings blieb es bis zum Pausenpfiff beim 1:1.

Unmittelbar nach Wiederbeginn gab es den ersten Aufreger. Lino Tempelmann brachte den Ball per Kopf im Netz unter, allerdings wurde der Treffer wegen eines vermeintlichen Foulspiels von Dovedan inmitten der Angriffsphase untersucht (47.). Da Schiedsrichter Felix Zwayer das Tor nicht revidierte, begannen die zweiten 45 Minuten mit der erneuten Führung für den FCN. Der HSV bemühte sich um den Ausgleich und spielte weiter offensiven Fußball. Eine gute Chance hatte Kinsombi nach Zuspiel von Kittel, der Schuss aus wenigen Metern wurde allerdings geblockt (58.). Mit der Führung im Rücken zogen sich die Gäste tiefer in die eigene Hälfte zurück, weshalb der HSV längere Ballbesitzphasen verzeichnete. Dabei gelang es den Franken über weite Strecken, keine gefährlichen Chancen zuzulassen. In der 79. Minute musste Mathenia dann gegen Manuel Wintzheimer retten - Sekunden später fiel schließlich der Ausgleich, da Glatzel eine Hereingabe von Kittel per Kopf verwertete. Wie zum Ende der ersten Halbzeit erhöhte Hamburg den Druck deutlich. Jedoch verpassten es die Rothosen, sich für ihren Aufwand mit dem dritten Treffer zu belohnen.

Aufgrund der Punkteteilung fällt der Hamburger SV auf den siebten Tabellenplatz zurück, der 1. FC Nürnberg belegt unterdessen Rang fünf. Mit zwei beziehungsweise einem Punkt Rückstand sind die Aufstiegsplätze dennoch in Reichweite.

Werder schwach, Dresden effizient

Dynamo Dresden war im eigenen Stadion vom Anstoß weg die aktivere Mannschaft als Werder Bremen. Nennenswerte Chancen kamen allerdings erst ab der 25. Minute zustande: Die beste Gelegenheit für den SV Werder hatte Eren Dinkci nach einer Hereingabe von Marvin Ducksch, der Kopfball ging jedoch über das Tor (25.). Wenige Minuten vor der Halbzeitpause ging die SGD, die über Umschaltsituationen gefährlich wurde, in Führung: Nach einem Konter schlenzte Ransford-Yeboah Königsdörffer den Ball an die Latte, das Rund landete bei Christoph Daferner, der im Nachschuss mit Hilfe des Pfostens zum 1:0 traf. Weil Marvin Ducksch kurz darauf die Chance zum Ausgleich liegen ließ (42.), ging Werder mit einem Rückstand in die Kabine.

Werder Bremen kam mit etwas mehr Schwung aus der Kabine und hatte die erste Gelegenheit, Ducksch verzog jedoch deutlich (47.). Dennoch bereitete den Gästen das hohe Anlaufverhalten von Dynamo Schwierigkeiten, weshalb es den Hausherren gelang, Werder vom eigenen Tor wegzuhalten. Vereinzelt kam Werder aber zu Abschlüssen, wie durch Romano Schmid (54.) und Nicolai Rapp (58.) – doch beide Akteure verpassten das Tor. Auf der anderen Seite kam Agyemang Diawusie kurz nach seiner Einwechslung zum Abschluss, Michael Zetterer parierte aus spitzem Winkel zur Ecke (63.). Drei Minuten später schnürte Daferner seinen Doppelpack: Über die rechte Angriffsseite kombinierte sich Dynamo in den Strafraum, eine Hereingabe von Antonis Aidonis wurde zunächst noch geklärt, der Ball landete aber wieder vor den Füßen von Daferner, der Zetterer erneut keine Chance ließ. In der 75. Minute erhöhte Dresden auf 3:0: Erneut ging es über die rechte Abwehrseite, diesmal vollendete Morris Schröter den Angriff mit einem präzisen Schuss ins lange Eck. Werder hätte auf 1:3 verkürzen können, Kevin Broll war aber gegen Niclas Füllkrug zur Stelle (81.). In den Schlussminuten waren die Bremer aktiver, allerdings blieb es bei der klaren 0:3-Niederlage.

Durch den Sieg klettert Dynamo Dresden mit 13 Punkten auf den sechsten Tabellenplatz, während Werder Bremen mit elf Zählern auf Rang zehn zurückfällt. Markus Anfang und die Seinen kassierten bereits die dritte Niederlage - umso dringender sind gegen den 1. FC Heidenheim (Freitag, 18.30 Uhr) drei Punkte gefordert.

Sandhausen erkämpft sich drei Punkte

In den Anfangsminuten präsentierten sich Hannover 96 und der SV Sandhausen abwartend, dann allerdings erhöhten die Gäste im ersten Spiel unter Alois Schwartz, der nach seinem Abschied im Sommer 2016 wieder auf die Trainerbank zurückgekehrt ist, die Schlagzahl. In der 20. Minute musste 96-Keeper Ron-Robert Zieler einen gefährlichen Freistoß entschärfen, Marcel Ritzmaier traf zudem per Heber die Latte (30.). Auf der anderen Seite war Patrick Drewes nach einem Abschluss von Maximilian Beier zu einer sehenswerten Parade gezwungen (21.), während Sebastian Ernst nur den Pfosten traf (34.). Kurz vor Ende der ersten Halbzeit hatte Lukas Hinterseer eine Top-Chance zur Führung, SVS-Linksverteidiger Arne Sicker kratzte den Ball allerdings von der Linie und verhinderte den Rückstand für Sandhausen (45.+2).

Auch kurz nach Wiederbeginn hätte Hannover in Führung gehen können, Drewes behielt im Duell mit Sebastian Kerk aber die Oberhand (48.). Knapp zehn Minuten später bediente Hinterseer Baier per Flanke, dessen Kopfball ging knapp über das Tor (56.). Hinterseer selbst wäre nach einem Konter beinahe selbst zum Abschluss gekommen, das Abspiel von Linton Maina war aber zu unpräzise (63.). Nach einem Fast-Eigentor von 96-Verteidiger Jannik Dehm ging Sandhausen bei der anschließenden Ecke durch Immanuel Höhn in Führung: Nach einer schwachen Faustabwehr von Zieler machte Sicker den Ball noch einmal scharf, Höhn lief am langen Pfosten ein und stocherte den Ball über die Linie (73.). In der 79. Minute sorgten die Gäste für die Vorentscheidung: Zieler verlor den Ball nach einem langen Schlag der Sandhäuser außerhalb seines Strafraums gegen Daniel Keita-Ruel, der diesen nur noch im leeren Tor unterbringen musste. Drei Minuten später verkürzte Dominik Kaiser per trockenem Schuss aus der zweiten Reihe auf 1:2. Hannover drängte in den Schlussminuten auf den Ausgleich, eine Hereingabe von Florent Muslija klärte Sandhausen jedoch (85.). Kurz darauf kam Muslija zum Abschluss und scheiterte an Drewes (86.). Den Gästen gelang es allerdings mit vereinten Kräften, den Vorsprung über die Zeit zu retten. 

Beide Mannschaften bleiben im unteren Tabellendrittel stecken, nun hat Hannover 96 allerdings nur noch drei Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Der wird vom SV Sandhausen belegt, die Mannschaft von Alois Schwartz ist durch den 2:1-Erfolg punktetechnisch mit Hansa Rostock gleichgezogen und konnte sich vom FC Ingolstadt (4 Punkte) und Erzgebirge Aue (3) absetzen.

Florian Bajus  
26.09.2021