Verhältnis zu Boldt

HSV-Streit? Wüstefeld: "Kein Zerwürfnis oder Machtkampf"

Der HSV schreibt einmal mehr außersportliche Schlagzeilen. Foto: Getty Images
Der HSV schreibt einmal mehr außersportliche Schlagzeilen. Foto: Getty Images

Der Hamburger SV schreibt dieser Tage wie so oft vor allem außersportliche Schlagzeilen. Es ist einmal mehr die Rede von Funktionären, die einander nicht über den Weg trauen und vor allem die eigenen Claims abstecken. Das Verhältnis zwischen den Vorständen Jonas Boldt und Thomas Wüstefeld gilt vielerorts als irreparabel geschädigt. Letztgenannter will davon nichts wissen.

"Ich kann nicht von einem Zerwürfnis oder einem Machtkampf sprechen. Jonas und ich führen den Vorstand der HSV Fußball AG. Wir haben vielleicht mal unterschiedliche Meinungen im Sinne der AG", zitiert das Hamburger Abendblatt Wüstefeld aus einem Mediengespräch. Es sei aber keineswegs ungewöhnlich, dass Führungskräfte unterschiedliche Standpunkte zu einzelnen Themen entwickeln. "Ich bin mir sicher, dass Jonas und ich das konstruktiv lösen können", betont Wüstefeld.

Kühne hofft, "dass Wüstefeld recht bald Geschichte sein wird"

Der Eindruck drängte sich zuletzt freilich keineswegs auf, vielmehr machten Berichte die Runde, denenzufolge das einjährige Engagement des Medizinunternehmers im Vorstand des HSV vorzeitig abgebrochen werden könnte, um weiteren Schaden vom Verein zu halten. Der mächtige Investor Klaus-Michael Kühne ließ nun gegenüber der Lokalzeitung ausrichten, "dass er hoffe, dass Dr. Wüstefeld beim HSV recht bald Geschichte sein wird". 

"Ich weiß nicht, ob Lagerbildung das richtige Wort ist"

Einer von mehreren Kernpunkten des Streits auf der Führungsebene der Rothosen besteht derweil darin, dass der von Boldt verantwortete sportliche Bereich beim HSV auf Investitionen in die Mannschaft drängt, während Wüstefeld als Finanzfachmann jeden Cent für die nötigen Instandsetzungsarbeiten am Volksparkstadion im Vorfeld der EURO 2024 zusammenkratzen will. "Ich weiß nicht, ob Lagerbildung das richtige Wort ist. Wir sind beides Vorstände, wir haben beide eine Aufgabe", erklärt Wüstefeld nun. "Ich bin mir sicher, dass, wenn wir das eine Thema schnell schließen können, wir für die anderen Themen auch wieder offen sind." Will sagen: Die teure Sanierung des Stadions muss geklärt sein, angedacht sind Investorengelder, dann kann der HSV womöglich auch auf dem Transfermarkt nochmal zuschlagen.

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Lars Pollmann  
03.08.2022