Beim Heimsieg

"Menschenfeindlich": HSV-Fanszene reagiert auf homophobes Plakat

Beim HSV gilt das Motto 'Raute ist Vielfalt'. Foto: Getty Images
Beim HSV gilt das Motto 'Raute ist Vielfalt'. Foto: Getty Images

Der Hamburger SV hat am Samstag im zweiten Heimspiel der neuen Saison den ersten Sieg vor eigenem Publikum erzielt. Dem 1:0 über den 1.FC Heidenheim war eine knappe Niederlage gegen Hansa Rostock vorausgegangen. Das Spiel in Gedenken an den kurz zuvor verstorbenen Uwe Seeler hielt einen Skandal bereit, als ein homophobes Banner entrollt wurde.

'Ganz MV ist schwul - besonders der Hansa Hool', hatte es beim Spiel gegen den Klub aus Mecklenburg-Vorpommern auf einem geschmacklosen Plakat inmitten des Fanblocks der Rothosen geheißen. Der HSV reagierte noch am Spieltag mit einem Statement (fussball.news berichtete), im Umfeld des nächsten Heimspiels gegen Heidenheim hat nun auch die organisierte Fanszene der Hanseaten mit einem Flugblatt Stellung bezogen, das am Samstag unter den Stadiongängern verteilt wurde. 

"Menschenfeindliche Botschaft"

"Im linken Bereich vom Block 25A wurde ein Spruchband gezeigt, in dem die gegnerischen Fans von Hansa Rostock homofeindlich beleidigt wurden. Dabei wurde sich dem im Fußballkontext leider nicht unbekannten Schema bedient, die Bezeichnung schwul als pauschale Abwertung zu nutzen, um auf eine vermeintlich mangelnde Männlichkeit des Gegenüber anzuspielen. Wir distanzieren uns klar und deutlich von dieser menschenfeindlichen Botschaft", heißt es in der Stellungnahme, die von sechs aktiven Fangruppen aus der HSV-Nordtribüne unterzeichnet wurde (Zitat via Faszination Fankurve).

"Wer diese Werte nicht teilt, gehört nicht auf die Nordtribüne!"

"Sicherlich gibt es in der Hinsicht im HSV-Kosmos noch einiges zu tun, aber wir werden weiterhin daran arbeiten und bekräftigen nochmals unseren Einsatz für eine Nordtribüne für alle - ganz egal welches Geschlecht du hast, woher du kommst, wie du aussiehst, oder wen du liebst. Wer diese Werte nicht teilt, der gehört nicht auf die Nordtribüne!", lautet die unmissverständliche Ansage der organisierten Fangruppierungen. Dem Vernehmen nach laufen derweil noch die Ermittlungen, wer für das homophobe Banner verantwortlich war. Der HSV setzte gegen Heidenheim weiterhin sichtbare Zeichen für ein Stadion ohne Diskriminierung und stellte etwa Regenbogenflaggen als Eckfahnen ein.

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Lars Pollmann  
07.08.2022