VAR-Festival in Hamburg

HSV erobert Tabellenspitze nach Kieler Patzer, 96 mit Befreiungsschlag

Simon Terrode traf auch beim Heimsieg der Hamburger gegen Regensburg. Foto: Imago

Kracher-Sonntag in Liga zwei! Gleich fünf Partien standen in der 2. Bundesliga auf dem Papier und der Hamburger SV schnappte sich bei einem VAR-Festival und durch einen Ausrutscher von Holstein Kiel die Tabellenführung. Auch Fürth rückte mit einem Dreier in der Tabelle nah an die "Störche" ran.

Der Hamburger SV wollte gegen Jahn Regensburg im Kampf um den Aufstieg im Fernduell mit Holstein Kiel keine Punkte liegen lassen. Dafür rückten Kapitän Tim Leibold, Sonny Kittel und auch Stephan Ambrosius für Klaus Gjasula, Jan Gyamerah (beide verletzt) und Khaled Narey (Bank) in die Startelf.

Und es ging gleich munter los im Volksparkstadion. In der 9. Minute herrschte nach einem Freistoß von Sonny Kittel Durcheinander im Strafraum der Regensburger. Stephan Ambrosius hatte gleich zwei Abschlusschancen, der HSV hätte gerne einen Handelfmeter gehabt, der VAR gab in nach Überprüfung nicht. Kittel war es auch, der fünf Minuten später Jahn-Keeper Alexander Meyer mit einem direkten Freistoß prüfte, den der 29-Jährige noch zur Ecke abwehren konnte. Nach einer Großchance von Bakery Jatta (21. Minute) war es dann aber soweit, als die Hamburger die Regensburger Hintermannschaft mit einem einfachen Doppelpass (Leibold und Dudziak) aushebelten und David Kinsombi mit etwas Glück zur Führung traf. Die Hanseaten bestimmten in der Folge das Spiel, ein Fehlpass von Keeper Sven Ulreich brachte die Regensburger aber zurück. Albion Vrenezi trat zunächst über den Ball, Andreas Albers behielt aber die Übersicht und legte auf für Max Besuschkow, der den Ball in der 33. Minute noch abgefälscht in die Maschen haute zum Ausgleich. Auf HSV-Stürmer Simon Terrode ist allerdings Verlass. Kinsombi spitzelte Regensburgs Torhüter Meyer einen Ball fast aus der Hand (39.) und legte quer auf den Toptorschützen der 2. Bundesliga, der einfaches Spiel hatte. Der Treffer wurde anschließend noch überprüft, Meyer hatte den Ball aber wohl kurz losgelassen. 

Nach der Pause scheitere Jatta (49.) zunächst an Meyer, bekam später aber die Chance es besser zu machen. Von Leibold geschickt vollendete der Offensivspieler ins lange Eck. Der Videoassistent überprüfte in der Folge noch eine Abseitsstellung, das Tor zählte aber (63.). Spannung kam dann allerdings nochmal auf, als Regensburgs Jan-Niklas Beste nach einer Balleroberung gegen Kittel Ulreich überwand (67.), doch der 21-Jährige hatte den Hamburger zuvor gefoult. Der Videoassistent ließ den Treffer ebenso nicht zählen wie vier Minuten später das Tor von Andreas Albers, der im Abseits stand. Der HSV eroberte sich mit dem 3:1-Erfolg gegen Jahn Regensburg die Tabellenführung von Holstein Kiel zurück und feiert den perfekten Start ins neue Jahr.

Kiel lässt drei Punkte liegen

Holstein Kiel ließ im Aufstiegskampf hingegen gegen den VfL Osnabrück Federn. Der VfL begann stark, überließ den Störchen zwar vermehrt den Ball, konterte allerdings zielstrebig und ging folgerichtig nach toller Vorarbeit von Sebastian Kerk durch Niklas Schmidt (27. Minute) in Führung. Die Osnabrücker erhöhten noch vor der Halbzeit sehenswert durch einen direkt verwandelten Freistoß von Sebastian Kern (42.) - unhaltbar für Kiels Keeper Ioannis Gelios. Die Kieler rannten im zweiten Durchgang zwar nochmal vehement an, Trainer Ole Werner wechselte offensiv, VfL-Keeper Philipp Kühn parierte aber stark gegen Janni Serra (81.). Der Anschlusstreffer in der Schlussphase von Ahmet Arslan (90.+3) kam schlichtweg zu spät, um zumindest noch einen Punkt gegen den VfL Osnabrück mitzunehmen. 

Fürth souverän gegen St. Pauli

Pauli-Trainer Timo Schultz wollte bei Greuther Fürth den Bock umstoßen, veränderte seine Startelf auf gleich fünf Positionen, während sein Gegenüber Stefan Leitl seine Anfangsformation unverändert ließ. In einer umkämpften Partie bekam Greuther Fürth nach Handspiel von Paulis Kapitän Marvin Knoll einen Strafstoß zugesprochen, Julian Green verwandelte eiskalt (24. Minute) zur Führung. Für den FC St. Pauli kam es dann drei Minuten ganz bitter, als Keeper Sven Broedersen katastrophal patzte und einen harmlosen Ball fallen ließ, den Fürths Havard Nielsen nur noch einschieben brauchte. Die Hamburger taten sich im zweiten Durchgang weiter schwer, blieben lange ohne einen einzigen Torschuss, kamen aber durch den eingewechselten Youngster Leon Flach (82.) noch per Distanzschuss zum Anschluss. Es half allerdings nichts mehr, der FC St. Pauli verpasste die Befreiung. 

Hannover und Duksch mit Befreiungsschlag 

Nach einem verhaltenen Beginn hätte Hannover 96 in der Partie gegen den SV Sandhausen in der 15. Minute gerne einen Elfmeter bekommen, als Angreifer Kingsley Schindler im Zweikampf mit SVS-Verteidiger Tim Kister zu Fall kam, aber die Pfeife von Dr. Robert Kampka blieb still. Zur Führung trafen die 96er dann aber in der 24. Minute, weil Stürmer Marvin Duksch nach einer Chance von Genki Haraguchi abstaubte. Auch der SV Sandhausen erzielte anschließend einen Treffer, doch wegen eines Fouls an 96-Verteidiger Timo Hübers zählte der Treffer von Julius Blada (29.) nicht. 

Nach der Pause brauchte 96-Angreifer Patrick Twumasi nach seiner Einwechslung keine drei Minuten, um die Führung auszubauen. Von Marvin Duksch perfekt vorbereitet, vollendete der 26-Jährige (48.) zu seinem ersten Treffer in der 2. Bundesliga. Für die Sandhausener kam es dann gleich knüppeldick. Nach einem Eckball flankte Niklas Hult auf den zweiten Pfosten und Ducksch markierte seinen zweiten Treffer (52.). Die Elf von Trainer Kenan Kocak verwaltete das Ergebnis in der Folge, Twumasi setzte mit seinem Doppelpack (89.) den Schlusspunkt zum 4:0-Heimsieg. Hannover 96 landete damit einen ersten Befreiungsschlag in 2021.

Aue dreht das Spiel

Eintracht Braunschweig hingegen misslang dieser. Beim Ex-Klub von Trainer Daniel Meyer, Erzgebirge Aue, wollten sich die Niedersachen eigentlich Luft im Tabellenkeller verschaffen. Mit Fabio Kauffmann traf auch ausgerechnet ein Ex-Auer nach 17 Minuten zur Auswärtsführung. Die Vorlage lieferte Lasse Schlüter. U21-Nationalspieler Florian Krüger egalisierte den Spielstand für Aue noch kurz vor der Pause nach Ecke und Kopfballvorlage von Ben Zolinski (42.) ebenfalls per Kopf.

Die Elf von Dirk Schuster drehte das Spiel im zweiten Durchgang dann komplett. Krüger mit seinem zweiten Treffer stellte nach einem sehenswerten Konter und Vorarbeit von Pascal Testroet auf 2:1 (67.). Die vermeintliche Vorentscheidung zum 3:1 erzielte der eingewechselte Dimitrij Nazarov (78.), der Treffer wurde wegen einer knappen Abseitsentscheidung aber aberkannt. Pascal Testroet (88.) machte dann mit einer Direktabnahme nach einem Eckball den Deckel drauf und stellte den Endstand für den perfekten Jahresstart her.

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Benjamin Heinrich  
03.01.2021