2. Bundesliga am Samstag

Roundup: HSV behauptet Spitze, Düsseldorf setzt Fehlstart fort

Leibold (l.) und Terodde (r.) sorgten mit ihren Treffern für den HSV-Sieg.
Leibold (l.) und Terodde (r.) sorgten mit ihren Treffern für den HSV-Sieg. Foto: Imago

Der HSV schafft nach Rückstand gegen die Würzburger Kickers die Wende und behauptet mit dem fünften Sieg im fünften Spiel die Tabellenführung in der 2. Bundesliga. Fortuna Düsseldorf geht derweil bei Hannover 96 baden und besiegelt den endgültigen Fehlstart. Greuther Fürth siegt auswärts bei Holstein Kiel, während der FC St. Pauli bei Darmstadt 98 ein spätes Remis erkämpfen kann.

HSV: Erst Rückstand - doch dann kam Terodde

Als einzige Mannschaft im deutschen Profifußball startete der HSV, der die vier ersten Saisonspiele gewann, in die Partie gegen Tabellenschlusslicht und Aufsteiger Würzburg. Die Hamburger nahmen bereits zu Beginn des Spiels das Zepter in die Hand, versuchten die Partie an sich zu reißen und den Status als Tabellenführer zu bestätigen. In der Anfangsphase wenig Torchancen, setzte Wintzheimer in der 19. Minute einen gefährlichen Abschluss. Narey bediente den Stürmer von rechts mit einer Flanke, doch Wintzheimer köpfte den Ball knapp über das Tor von Würzburg-Keeper Fabian Giefer. Nach gut 30 Minuten waren die Hausherren immer noch die bessere Mannschaft, sorgten weiterhin für Druck, dem die Kickers aber standhielten. Doch zu einem gefährlichen Abschluss wollte der HSV bis dato nicht mehr kommen. In der 40. Minute richtete sich das Spiel plötzlich in die andere Richtung. Nach einer Ecke von Kopacz war es Baumann, der am langen Pfosten nochmal auf Dietz rüberlegte, der Sven Ulreich zur Führung für Würzburg überwinden konnte.

Für den zweiten Durchgang hatte sich der HSV aber dann schon deutlich mehr vorgenommen und versuchte das auch, zu zeigen. Der Effort der Hamburger wurde in der 52. Minute belohnt: Simon Terodde bewies sich nach einer Hereingabe von Narey im Strafraum-Fünfer und hat Glück mit seinem Abschluss, dass Giefer unpassend stand und nur noch zusehen konnte, wie das Spielgerät ins eigene Tor kullerte. Doch das war dem HSV natürlich nicht genug. Die Hausherren drängten weiter, Wintzheimer lief bis zur Grundlinie durch, bediente im Strafraum Terodde, der flach abschließen konnte - zum Torerfolg. Den endgültigen Deckel drauf machte Leibold in der 90., der viel Platz hatte, Giefer im kurzen Eck umkurvte und souverän einschob. Das Spiel war gedreht, das Team von Trainer Daniel Thioune nimmt den fünften Sieg aus dem fünften Spiel mit. Die Tabellenführung gehört auch nach dem 5. Spieltag den Rothosen. 

Hannover liefert Antwort auf Pleite in Paderborn

Hannover 96 hat vor dem Spiel in der neuen Zweitliga-Saison sechs Zähler geholt. Gegen den SC Paderborn gab es zuletzt aber eine 0:1-Niederlage. Gegen Fortuna Düsseldorf, das nur vier Punkte aus den ersten vier Partien holte, sollte für 96 die Besserung her. Die Hannoveraner deutlich besser ins Spiel gestartet als der Absteiger, gelang dem Team von Trainer Kenan Kocak in der 16. Minute der erste gefährliche Torversuch. Haraguchis Flanke von rechts setzte Ducksch halblinks an die Latte. Ducksch wollte es gegen seinen Ex-Klub wissen, probierte es gleich in der 20. Minute nochmal. Der Abschluss des Stürmers ging nur knapp links unten am Tor vorbei. Die Fortuna kam derweil erst in der 36. Minute in vielversprechende Torabschlusslage. Bodzek, der nahe der Torauslinie an den Ball kam, wurde aber aufgrund einer vorangegangenen Abseitsstellung zurückgepfiffen. 

Nach der Halbzeit war für Fortunas Zimmermann schnell Schluss. Der Verteidiger sah in der 50. Minute nach einem Einsteigen gegen Hübers die Gelbe Karte, nur zwei Minuten darauf nach einer Aktion gegen Schindler die zweite und damit Gelb-Rot. In der 57. Minute hielt Düsseldorf nicht mehr stand, 96 ging in Führung. Muslija versenkte den Ball nach einer Direktabnahme im Tor. Wenig später verwandelte Ducksch in der 63. einen Strafstoß ins rechte Eck. Die endgültige Pleite besiegelte letztlich Kastenmeier! Der Keeper der Fortuna verschätzte einen Rückpass brutal und brachte ihn im eigenen Tor unter. 

Fürth kann im Norden souverän siegen

Holstein Kiel, ungeschlagen aber sieglos vor dem 5. Spieltag, empfing am Samstagmittag Greuther Fürth, das einen zuvor einen Fehlstart hinlegte und nur eine Drei-Punkte-Ausbeute vorzuweisen hatte. Die Gäste kamen aber bereits früh in der Partie zu einer vielversprechenden Chance. Julian Green bewies sich auf der linken Außenbahn gekonnt, sein anschließender Torschuss traf die Querlatte. Das Kleeblatt wollte es weiter wissen - und wurde dafür nur wenig später belohnt. Seguin, der von rechts in den Strafraum stoß, wusste mit seinem anschließend Flachschuss die Führung für Fürth zu erzielen. Die Anfangsphase gehörte klar den Gästen, während Kiel erst in der 20. Minute durch Serra, der nach einer Ecke zum Kopfball kam, die erste Torchance verbuchte. Der Versuch verfehlte allerdings das Tor. Der zweite Treffer der Fürther folgte nur Minuten darauf verdient. Meyerhöfer legte von der Grundlinie zurück auf Hrgota, der keine Mühe hat, den Ball ins lange Eck zu schieben. Die Gastgeber hätten vor dem Halbzeitpfiff noch unmittelbar die Möglichkeit gehabt, den Ausgleich zu finden. Bartels Abschluss von der Fünfmeterkante verfehlte das Tor aber um einige Meter.

Nach Wiederanpfiff wollte Kiel das Blatt wenden. Zwei Minuten im zweiten Durchgang gespielt, Lee setzte sich auf der linken Außenbahn durch, bediente Serra in der Mitte. Keeper Burchert hatte den Ball aber souverän. Doch Fürth ließ sich alles andere als beirren. In der 58. Minute traf das Kleeblatt zum dritten Mal, doch der Treffer von Nielsen wurde wegen einer Abseitsstellung aberkannt. Oder doch nicht? Bibiana Steinhaus entschied sich im Kölner Keller um: Der Treffer zählte. Das sollte es auch noch nicht gewesen sein. Denn Kiel war weiterhin bemüht, schaffte in der 65. Minute den Anschluss. Reeses Flanke von links nutzte Mühling, nach einem Patzer von Tillmann, der den Ball nicht entschärfen konnte, zum dritten Treffer für die Gäste. Der Vorlagengeber flog dann allerdings aber noch vom Platz. Der Kieler ging im Mittelfeld mit hohem Bein zum Ball, übersah aber Tillmann und traf ihn am Kopf. Die Fürther drängten weiter, wollten das Ergebnis noch weiter ausbauen. Hrgota stand in der 87. Minute einmal mehr gut im Strafraum, Stachs Pass kam aber zu unpräzise. 

St. Pauli holt späten Punktgewinn im Böllenfalltor

Duelle im Böllenfalltor gegen St. Pauli bestreitet Darmstadt für gewöhnlich gerne. Sieben der neun bisherigen Partien konnten die Hessen vor dem 5. Spieltag gegen die Hamburger gewinnen. Doch am Samstagmittag, so hoffte St. Pauli, sollte sich dies ändern. Die Gäste freuten sich in der 12. Minute, in dem Glauben, unmittelbar vor der Führung zu stehen. Bader traf vermeintlich sowohl den Ball als auch Dittgen im Strafraum. Nachdem sich der VAR eingeschlatet hatte, wurde allerdings die Elfmeter-Entscheidung zurückgenommen. In der 26. Minute drängten die Hamburger weiter auf den Führungstreffer. Eine von Bader kommende Flanke, die Becker zum Torschuss nutzte, parierte Darmstadt-Keeper Schuhen gekonnt. Die Hessen in der Folge bissiger, bekamen zu ihrem Vorteil kurz vor dem Pausen-Pfiff einen Elfmeter zugesprochen. Becker hielt den Fuß in den Laufweg von Kempe, den anschließenden Strafstoß verwandelte Serdar Dusun unten links zur Führung.

Darmstadt legte nach, wollte den Sieg. In der 76. war es Dursun, der erneut erfolgreich war. Doch St. Pauli gab nicht auf. Erst Rico Benatelli, der in der 80. Minute zum Torerfolg kam, dann Rodrigo Zalazar, der in der 95. Minute vom Elfmeterpunkt aus den Punktgewinn für die Hamburger perfekt machte. Während die Hessen es verpassen, in die obere Tabellenhälfte zu rutschen, kann St. Pauli den Anschluss nach oben halten.

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Adrian Kuehnel  
24.10.2020