Ex-Manager

Hoeneß traut Hertha Top 6 zu: "Da muss aber vieles zusammenpassen"

Hoeneß sieht Hertha noch nicht in der Champions League. Foto: Thomas Niedermueller/Bongarts/Getty Images
Hoeneß sieht Hertha noch nicht in der Champions League. Foto: Thomas Niedermueller/Bongarts/Getty Images

Hertha BSC wird in der Bundesliga mit einigem Argwohn beobachtet. Wächst da mit den Investitionen von Lars Windhorst ein absolutes Top-Team heran? Für den Augenblick müssen sich die absoluten Elite-Klubs wohl noch keine großen Sorgen machen. Dieter Hoeneß traut der Alten Dame aber durchaus den Einbruch in die Top 6 zu.

"Ich bin sehr gespannt, wo Hertha am Ende der Saison landen wird. Ich traue Hertha schon zu, dass sie sich ins obere Drittel spielen können. Da muss aber vieles zusammenpassen", so der Ex-Manager gegenüber dem RBB. Träume von der Champions League oder Meisterschaft hält er jedoch noch für deutlich verfrüht. Hertha sei deutlich näher dran gewesen, als er sich vom Klub verabschiedete. Seinerzeit spielte der Hauptstadtklub in der Saison 2008/09 unter Lucien Favre lange um die Meisterschaft mit, wurde letztlich Tabellenvierter.

"Noch ein weiter Weg"

"Bayern und Dortmund haben sich weiterentwickelt. Und dann kam Leipzig dazu, die einfach einen tollen Job machen. Da ist schon noch ein weiter Weg für die Hertha da", schätzt Hoeneß die Lage ein. Klar ist für ihn: Geld allein macht den Unterschied nicht wett. Sicher helfe es, die finanziellen Möglichkeiten zu haben, ein Team zu verstärken. Jedoch müssen die Entscheidungen auch sitzen. "Ich wundere mich schon ein bisschen, dass letztes Jahr 225 Millionen geflossen sind und jetzt schon wieder ein Bedarf da ist. Das gibt einem schon auch zu denken", so Hoeneß.

Klinsmann-Flop "hätte man vielleicht ahnen können"

Zu den eindeutig weniger guten Entscheidungen der Hertha seit Einstieg von Windhorst gehörte das Intermezzo mit Jürgen Klinsmann, der erst als sportlicher Berater im Aufsichtsrat saß und dann ein dramatisches 76-Tage-Solo auf der Trainerbank hinlegte. "Es klingt jetzt ein bisschen blöd, aber wenn man Jürgen Klinsmann verpflichtet, muss man wissen, was man tut. Dass es am Ende so ausartet, war natürlich so nicht zu erwarten. Aber dass das nicht zusammenpasst, das hätte man vielleicht ahnen können oder müssen", sagt Hoeneß im Rückblick.

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Lars Pollmann  
21.08.2020