WM 2022

Hoeneß ledert erneut: "Weltmarktführer in Sachen Kritik"

Hoeneß geht die Katar-Kritik zu weit. Foto: Getty Images
Hoeneß geht die Katar-Kritik zu weit. Foto: Getty Images

Die Weltmeisterschaft der Männer in Katar sorgt seit ihrer Vergabe in die Wüste im Jahr 2010 für viele Diskussionen und Kritik. Über Jahre wurde hierzulande von verschiedenen gesellschaftlichen Akteuren selbst ein Boykott ins Spiel gebracht, in jedem Fall bedarf es beim Winter-Turnier stetiger Einordnung in den Gesamtkontext. Für Uli Hoeneß geht es damit aber schon lange zu weit.

"Was mich gestört hat, speziell in Deutschland: Wir sind die Weltmarktführer in Sachen Kritik und die größten fast Verächter dieser Fußball-WM. Es geht hier um ein wunderschönes Fußball-Ereignis", so der langjährige Patron und heutige Ehrenpräsident des FC Bayern laut Bild-Zeitung bei einer Podiumsdiskussion in München. Er wolle nicht verschweigen, dass es in Katar viele Probleme gibt, diese seien aber auch nicht dadurch zu lösen, "indem wir nicht dorthin fahren", sagt Hoeneß.

Anruf im DOPA

Bereits Ende September hatte der frühere Bayern-Profi sich dafür ausgesprochen, die Endrunde in Katar nicht ausschließlich negativ zu betrachten. Während einer Debatte im Sport1-Doppelpass schaltete sich Hoeneß per Telefon ein und stemmte sich gegen die Kritik am Wüstenstaat: "Den Arbeitern in Katar geht es durch die WM besser und nicht schlechter. Das sollte man endlich mal akzeptieren und nicht ständig auf die Leute draufhauen", forderte Hoeneß seinerzeit. Für seine Einlassungen hagelte es viel Kritik, die am 70-Jährigen freilich schon seit jeher abtropft.

"Jahrelang eine Mafia"

Nun lässt sich Hoeneß immerhin dazu bewegen, die den Vorgang der Vergabe der WM nach Katar zu kritisieren. "Das ganze System der Vergabe von großen Sportereignissen in den letzten 50 Jahren ist total zu überarbeiten. Bei der FIFA muss ausgemistet werden, keine Frage. Das war jahrelang eine Mafia, die sich das alles gegenseitig zugeschoben hat", poltert der ehemalige Nationalspieler und Weltmeister von 1974.

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Lars Pollmann  
17.11.2022