Wandel durch WM?

Hitzlsperger übt Kritik an Katar: "Hoffnung auf Verbesserung hält sich in Grenzen"

Thomas Hitzlsperger rechnet nicht mit einem Wandel in Katar. Foto: Getty Images.
Thomas Hitzlsperger rechnet nicht mit einem Wandel in Katar. Foto: Getty Images.

Die Austragung der Weltmeisterschaft 2022 in Katar und das Sponsoring einiger Klubs wie dem FC Bayern mit der Fluglinie Qatar Airways sollen dabei helfen, gesellschaftspolitische Veränderungen im Wüstenstaat anzuregen. Thomas Hitzlsperger ist allerdings nicht überzeugt, dass dies gelingen wird.

Trotz aller Kritik wird die kommende Weltmeisterschaft in Katar gespielt. Schon seit einigen Jahren ist der Wüstenstaat im Fußball aktiv, etwa in Form von Sponsor Qatar Airways oder durch den Besitz des französischen Spitzenklubs Paris St. Germain, der 2011 von der Investment-Sparte Qatar Sports Investments übernommen wurde. 

Rummenigge verteidigt Katar-Sponsoring

Unter anderem der FC Bayern wird von Qatar Airways gesponsert. "Wir haben gutes Geld aus diesem Vertrag bekommen. Dieses Geld ist in einer gewissen Notwendigkeit wichtig, um die Spieler zu bezahlen, damit man gute Qualität auf dem Platz hat", verteidigte Ex-Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge diese Partnerschaft im WDR2-Podcast "Einfach Fußball" und betonte, der deutsche Rekordmeister wolle darüber hinaus Veränderungen anstoßen: "Auf der anderen Seite war es uns auch wichtig, dass wir gesellschaftspolitisch ein bisschen Einfluss genommen haben, dass in Sachen Menschen- und Arbeitsrechte Verbesserungen eintreten."

Hitzlsperger: "Russland ist nach der letzten WM auch nicht demokratischer geworden"

Auch die WM 2022 soll dazu beitragen, dass sich Katar wandelt. Thomas Hitzlsperger ist davon aber nicht überzeugt: "Meine Hoffnung auf Verbesserung hält sich in Grenzen", sagt der Vorstandsvorsitzende des VfB Stuttgart gegenüber dem kicker. "Es wird der FIFA nicht schwerfallen, vier Wochen lang Bilder zu zeigen, die den Eindruck von Fortschritt vermitteln, ohne dass sich im Land in den kommenden Jahren grundsätzlich etwas ändert. Aber an eine nachhaltige Verbesserung allein durch eine WM glaube ich nicht. Russland ist nach der letzten WM auch nicht demokratischer und liberaler geworden", so Hitzlsperger, der betonte, es sei ihm lieber, "wenn man knallhart sagt: Die arabische Welt ist ein wichtiger Markt mit potenten Sponsoren, sie haben eine Top-Bewerbung abgegeben, also spielen wir da."

Florian Bajus  
14.11.2021