Hamburger Auswärtssieg

Hertha vs. HSV stand vor Abbruch: "Waren nicht weit entfernt"

Der Tennisball-Protest brachte die Partie an den Rand des Abbruchs. Foto: Getty Images
Der Tennisball-Protest brachte die Partie an den Rand des Abbruchs. Foto: Getty Images

Der Hamburger SV hat sich am Samstagabend mit einem 2:1-Auswärtssieg bei Hertha BSC zurück auf einen direkten Aufstiegsplatz der 2. Bundesliga geschoben. Die Partie im Berliner Olympiastadion war dabei vor allem von einer mehr als 30-minütigen Unterbrechung geprägt. Fan-Proteste gegen den Investorendeal der DFL brachten die Partie an den Rand eines Abbruchs.

Wegen Tennisball-Protesten: Spiel stand einem Abbruch nahe

"Wenn wir in die Katakomben gehen, dann ist das wirklich das letzte Mittel. Da wusste dann auch jeder, glaube ich, welche Konsequenz folgen könnte", zitiert der kicker Daniel Schlager dazu. Der Schiedsrichter hätte die Begegnung mutmaßlich nach einer weiteren Störung mit Tennisbällen infolge des Wiederbeginns endgültig beendet. "Das ist hypothetisch, aber wir waren auf jeden Fall nicht weit davon entfernt", sagt Schlager selbst. Zwischenzeitlich hatten unter anderem Trainer Pal Dardai und Ersatztorhüter Marius Gersbeck, der selbst aus der Ultra-Szene stammt, auf die Fans von Hertha eingewirkt, um einen Spielabbruch zu vermeiden.

Schiedsrichter: "Wir können ja nicht stundenlang warten"

"Wir können ja nicht stundenlang warten, bis die Fans damit aufhören. Dann wäre es schon irgendwann die letzte Konsequenz gewesen", betont Schlager. Für die DFL wäre mit einem Abbruch ein immenser Imageschaden verbunden gewesen, der für die Initiatoren des Protests wohl als Erfolg zu werten gewesen wäre. Allerdings haben die Fans, berichtete Dardai nach der Partie, selbst jederzeit klar gemacht, kein Interesse an einem Abbruch zu haben. Ob die lange Pause Hertha geschadet hat, sei dahingestellt. Letztlich fuhr der HSV einen über die gesamte Spieldauer betrachtet durchaus verdienten Sieg ein, jedenfalls hatten die Rothosen mehr Spielanteile und sammelten mehr Abschlüsse als die Hausherren.

HSV-Keeper: "Die Umstände zu jedem Zeitpunkt angenommen"

"Die lange Unterbrechung war nicht optimal, aber wir haben das Spiel und die Umstände zu jedem Zeitpunkt angenommen", jubelt etwa Torhüter Daniel Heuer Fernandes. "Wir hatten von der ersten bis zur letzten Minute viel Energie auf dem Platz. Wir haben dran geglaubt und sind als verdienter Sieger vom Platz gegangen." Bei Hertha sahen sie dies naturgemäß etwas anders. Benjamin Werber will aber nicht die Ausrede suchen, es hätte an der Unterbrechung gelegen. "Der Schiedsrichter hat sehr besonnen reagiert und uns immer auf dem Laufenden gehalten. Anschließend haben wir ein intensives Spiel gesehen, das wir nicht aufgrund dieser Unterbrechung verloren haben", sagt der Sportdirektor (Zitate via Vereinsmedien). Hertha muss als Tabellenzehnter mutmaßlich endgültig Abschied von Aufstiegsträumen nehmen, der HSV indes ist wieder in bester Ausgangslage.

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Lars Pollmann  
04.02.2024