Hertha BSC

"Menschliche Ernüchterung" - Preetz tritt gegen Klinsmann nach

Michael Preetz war bis Januar 2021 Sportchef von Hertha BSC. Foto: Getty Images.
Michael Preetz war bis Januar 2021 Sportchef von Hertha BSC. Foto: Getty Images.

Das Intermezzo von Jürgen Klinsmann bei Hertha BSC dauerte keine drei Monate. Ex-Sportchef Michael Preetz blickt bis heute negativ auf die Entscheidung zurück, den einstigen Bundestrainer in die Hauptstadt gelotst zu haben.

Mit Jürgen Klinsmann an der Seitenlinie sollte Hertha BSC wenige Monate nach dem Einstieg von Investor Lars Windhorst der Aufstieg in neue Sphären gelingen. Die Realität sah jedoch anders aus: Klinsmann feierte am 30. November 2019 sein Debüt gegen Borussia Dortmund und kassierte die erste von vier Niederlagen in zehn Pflichtspielen. Nach jeweils drei Siegen und drei Unentschieden sowie Winter-Transfers in Höhe von 77 Millionen Euro verkündete er am 11. Februar 2020 seinen Rücktritt - via Facebook.

Preetz kritisiert Klinsmann: "Zeugt nicht von ausgeprägter Charakterstärke"

Das Tischtuch ist seit dem plötzlichen Abschied zerschnitten. Michael Preetz, der bis Januar 2021 als Sportchef der Alten Dame tätig war, sieht keinen Grund, es irgendwann zusammenzuflicken. "Dafür ist zu viel vorgefallen. Sich als Cheftrainer quasi über Nacht aus dem Staub zu machen und seine Mannschaft ohne jedes Verantwortungsbewusstsein in einer komplizierten Situation zurückzulassen, spricht für sich", sagte der 55-Jährige gegenüber Sport1 über Klinsmann und ergänzte: "Zudem zeugt sein Verhalten nach seiner Demission nicht unbedingt von ausgeprägter Charakterstärke."

"Klinsmann war für mich eher eine menschliche Ernüchterung"

Für elfeinhalb Jahre stand Preetz in der ersten Riege der sportlichen Leitung. "Da ist es klar, dass man nicht alles richtig macht und auch Fehler passieren", betonte der frühere Stürmer. "Klinsmann allerdings", resümierte Preetz, "war für mich eher eine menschliche Ernüchterung." Dass Hertha auch fast drei Jahre später im unteren Tabellendrittel zu finden ist, hängt nicht nur, aber auch mit dem kurzen Intermezzo des Ex-Bundestrainers zusammen.

Florian Bajus  
18.11.2022