Abschied der Funktionäre

Hellmanns Fazit: "Hütter und Bobic haben überperformt"

Adi Hütter (l.) und Fredi Bobic bei der Vorstellung des Österreichers vor rund drei Jahren. Foto: Imago

Die Verantwortlichen bei Eintracht Frankfurt um Vorstandssprecher Axel Hellmann haben sich trotz der Ereignisse der letzten Wochen für einen versöhnlichen Abschied von Sportvorstand Fredi Bobic und Trainer Adi Hütter entschieden. In diesem Fall ein Akt der Größe, nicht der "Schönrederei".

Eine kleine Spitze konnte sich Eintrachts Vorstandssprecher nicht verkneifen, als er die Arbeit von Sportvorstand Fredi Bobic und Trainer Adi Hütter in den letzten Jahren bewertete: "Für beide gilt: Sie haben, wie man so schön neudeutsch sagt, überperformt im Vergleich der wirtschaftlichen Mittel für den Kader." Vor dem Hintergrund, dass Hütter zuletzt mächtig Kritik erntete, als er davon sprach, dass seine Mannschaft möglicherweise über ihren Verhältnissen gespielt hatte, eine zweideutige Aussage. In diesem Fall allerdings war es wohl eher ein Lob an die beiden Funktionäre, die den Klub verlassen. Denn Hellmann sagte auch: "In der Gesamtwürdigung der Leistung der letzten fünf, beziehungsweise drei Jahren haben beide einen entscheidenden Anteil daran, dass der Klub heute so dasteht wie er dasteht. Hoch stabil, sportlich erfolgreich, wirtschaftlich stark, mit einer großen Perspektive für die Zukunft. Beide haben in ihren Wirkungsweisen den Klub besser gemacht." Trotz des Verpassens der Champions League in dieser Saison.

"Das war eine hervorragende Zusammenarbeit"

Auch deshalb wurden Hütter und Bobic am Samstag nach dem 3:1 gegen den SC Freiburg gemeinsam mit Sportdirektor Bruno Hübner, der ebenfalls nach zehn Jahren ausscheidet, entsprechend verabschiedet: "Es hat nach dem Spiel eine sehr, sehr würdige und ordentliche Verabschiedung gegeben. Wer so erfolgreich arbeitet, der geht zum Abschied bei Eintracht Frankfurt zum großen Tor raus und nicht durch die Hintertür." Versöhnliche Worte, hatte Hellmann die beiden zuletzt noch für ihre Statements in der Öffentlichkeit gerügt. Doch der Vorstandssprecher sah es als seine Aufgabe an, die Ereignisse in das große Ganze einzuordnen: "Es gibt keine Zweifel daran und auch keine zwei Meinungen dazu: Das war eine hervorragende Zusammenarbeit. Wir sind beiden zu großem Dank verpflichtet." Gerade für Bobic gelte, dass er den Verein nicht nur im sportlichen Bereich im Sinn hatte, "sondern sich darüber hinaus in alle Entscheidungen eingebracht hat, die von enormen Ambitionen, großem Ehrgeiz, Wachstum und Entwicklung dieser Eintracht getragen sind und waren. Das Gleiche gilt für Adi, der auch einen Kurs eines Klubs mitgetragen hat. Wir sind stets ein Stück vorangekommen." Unter Bobic gelang 2018 der Pokalsieg, unter Hütter qualifizierten sich die Hessen in drei Jahren zweimal für die Europa League, standen 2019 dort sogar im Halbfinale.

Verbleib von Hütter und Bobic "war richtig"

Dass sowohl Bobic, der zu Hertha BSC wechseln wird, als auch Hütter, den es zu Borussia Mönchengladbach zieht, nach dem Bekanntwerden ihrer Wechsel von den Vereinsbossen nicht freigestellt wurden, rechtfertige Hellmann in diesem Kontext ebenfalls: "Der eine oder andere draußen sagt: Wir hätten reagieren müssen, als Vorstand den Trainer rauswerfen müssen und der Aufsichtsrat den Sportvorstand. Ich kann alle Emotionen verstehen. Ich kann aber auch sagen: In der Rückschau und der Bewertung waren diese Entscheidungen, die wir alle gemeinschaftlich getroffen haben, richtig und hätten zu dem Zeitpunkt nicht anders getroffen werden können." Ob die Eintracht bei einer Freistellung doch noch das große Ziel Champions League erreicht hätte, wären jene Entscheidung anders getroffen worden wären, kommentierte Hellmann wie folgt: "Vor dem Hintergrund sind alle anderen Debatten müßig und nicht zielführend. Es bleibt immer hypothetisch. Für mich darf das das große Gesamtbild nicht trüben." Und da haben die beiden Verabschiedeten aus Sicht des Klubs in den vergangenen Jahren gute Arbeit geleistet, trotz der Schönheitsfehler zum Schluss.

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Benjamin Heinrich  
24.05.2021