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Erst im Halbfinale gestoppt

Hellmann erinnert: "Das war der Urknall für unsere sensationelle Europa-League-Saison"

Luka Jovic besorgte den Siegtreffer im Stade Velodrome. Foto: BORIS HORVAT/AFP via Getty Images
Luka Jovic besorgte den Siegtreffer im Stade Velodrome. Foto: BORIS HORVAT/AFP via Getty Images

Eintracht Frankfurt ist in der Europa-League-Saison 2018/19 erst im Halbfinale am späteren Sieger FC Chelsea gescheitert. Der damals amtierende Pokalsieger legte dabei eigentlich einen ziemlichen Fehlstart in die Spielzeit hin. Doch dann kam der Auftakt in die Gruppenphase bei Olympique Marseille. Axel Hellmann erinnert.

"Man muss sich die Dramaturgie damals noch mal vor Augen führen: nach dem Pokalsieg im Mai schwebten wir auf Wolke 7 durch den Sommer", so das Vorstandsmitglied gegenüber der Bild-Zeitung. Eintracht krachte dann aber durch eine 0:5-Pleite im Supercup gegen den FC Bayern und ein peinliches Pokal-Aus gegen den SSV Ulm auf den Boden der Tatsachen. Auch in der Bundesliga ließen sich die Dinge schleppend an. "Und nun noch ein Geisterspiel in Marseille – bei dem Verein, der in Fußball-Frankreich am meisten elektrisiert", so Hellmann. "In dem Kessel, in dem die Stimmung explodiert."

"Es war befremdlich"

Fehlverhalten der Anhänger von OM hatte auch die Fans der Eintracht betroffen, die natürlich nicht glücklich waren, der Rückkehr ihrer Helden auf der europäischen Bühne nicht beiwohnen zu können. "Es war befremdlich, ein Negativ-Highlight", sagt Hellmann. Doch dann kamen die 90 Minuten und ein später Siegtreffer durch Top-Stürmer Luka Jovic. "Das war der Urknall für unsere sensationelle Europa-League-Saison" urteilt Hellmann heute. Nicht nur wegen des erfolgreichen Auftakts in die Gruppenphase. Sondern vor allem wegen dem, was danach passierte.

"Es ging um Zusammenhalt durch dick und dünn"

Am Hafen von Marseille hatten sich mehrere Hundert Frankfurt-Fans zusammengefunden, die dem Einreise-Verbot trotzten. Hellmann, Präsident Peter Fischer sowie die Profis Marco Russ und Jan Zimmermann trafen sie spontan zu einer Feier. "Wir haben gemeinsam gesungen. Peter Fischer hielt eine Rede. Einer der Capos der Ultras auch. Beide elektrisierend! Es ging um Zusammenhalt durch dick und dünn", erzählt der 48-Jährige. Es sei in dieser Nacht ein besonderes Band entstanden, das die Mannschaft bis ins Semifinale trug. Dort scheiterte Eintracht Frankfurt erst im Elfmeterschießen an der Stamford Bridge.

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Lars Pollmann  
01.08.2020