Eintracht-Vorstand über die Coronakrise

Hellmann: "Die Nachwehen werden uns mindestens zwei Jahre beschäftigen"

Eintracht Frankfurt pflegt eine enge Bindung zum eigenen Anhang. Foto: Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images
Eintracht Frankfurt pflegt eine enge Bindung zum eigenen Anhang. Foto: Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images

Die Verantwortlichen in der Bundesliga betrachten das Infektionsgeschehen in der Bundesrepublik mit Sorge. Aktuell geht die Entwicklung in eine Richtung, die die Rückkehr auch nur von Teilen der Fans zum Saisonstart unwahrscheinlich erscheinen lässt. Axel Hellmann sieht nicht nur deshalb die Gefahr der Coronakrise noch nicht gebannt.

"Wir sind erst am Anfang der Krise. Die Nachwehen werden uns mindestens die kommenden zwei Jahre beschäftigen", ist das Vorstandsmitglied von Eintracht Frankfurt gegenüber Sport Bild überzeugt. Neben den unmittelbar greifbaren Mindereinnahmen aus dem Ticketing fürchtet er auch einen negativen Trend beispielsweise im Sponsoring. Gerade für einen vergleichsweise normalen Klub wie die Eintracht können so große Lücken entstehen. "Es ist nicht zu leugnen, dass von außen unterstützte Klubs einen Vorteil in der Krise haben", formuliert Hellmann.

Schutzmaßnahmen müssen zeitlich begrenzt sein

Seine Forderung lautet daher, das Financial Fairplay der UEFA zu stärken. Außerdem sieht sich die Eintracht als Streiterin für die Belange der Fans. Jegliche Maßnahmen, die im Zuge des Pandemie-Schutzes verabschiedet werden, sollen demnach zeitlich begrenzt sein. Der Ausschluss von Gästefans und Stehplätzen "dürfen nur ausnahmsweise gelten", sagt Hellmann. Grundsätzlich sieht er eine Gefahr einer gewissen Abkehr, wenn entsprechende Maßnahmen noch lange vonnöten sein sollten.

"Vielleicht verlieren wir Fans"

"Uns fehlen die Fans, und vielleicht verlieren wir auch einige, weil sie gemerkt haben: In der Corona-Zeit habe ich die Wochenenden ohne Fußball auch gut verbracht." Gegensteuern will Hellmann mit Eintracht Frankfurt nicht zuletzt mit einer Fokussierung auf junge Fan-Generationen, die sich oft nur günstige Tickets leisten können. "Wenn wir das nicht machen, reichen vier, fünf Jahre aus, und diese Generation an jungen Menschen kann für die Klubs verloren sein", warnt Hellmann.

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Lars Pollmann  
12.08.2020