Coronakrise

Hellmann: "Brauchen einen guten Plan für eine Fan-Rückkehr ins Stadion"

Eintracht-Vorstand Axel Hellmann hat den Schlüssel überreicht bekommen von Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann.
Eintracht-Vorstand Axel Hellmann hat den Schlüssel überreicht bekommen von Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann. Foto: fussball.news

Eintracht Frankfurt will zur neuen Saison Fans im Stadion begrüßen. Vorstand Axel Hellmann verrät, worauf es dabei ankommt.

Aus dem Deutsche Bank Park berichtet fussball.news-Reporter Christopher Michel

Die Fußball-Bundesliga schaut gespannt auf die nächste Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) am Dienstag. Intensive Debatten über die Rückkehr der Fans inmitten der Coronavirus-Pandemie sind in diesem virtuellen Treffen zu erwarten. Die DFL will ein Alkohol- und Stehplatzverbot bis zum 31. Oktober durchsetzen, zudem sollen Gästefans bis zum Ende des Jahres nicht erlaubt sein.

Eintracht betreibt Stadion

Axel Hellmann nahm am Montag den "symbolischen Schlüssel" der Stadt entgegen, Eintracht Frankfurt ist seit dem 1. Juli an 300 Tagen im Jahr (die restlichen Veranstaltungen bleiben in städtischer Hand) Betreiber des Deutsche Bank Parks, die Übergabe vor Pressevertretern fand aus diversen Gründen aber erst einen Monat später statt. Neben den Themen Digitalisierung und Ausbau der Arena stand freilich auch die Frage nach der Anhängerschaft im Fokus.

Träume sind nicht entscheidend

Können möglicherweise ab Mitte September wieder bis zu 20.000 Zuschauer dabei sein? "Wir können darüber nicht spekulieren. Wichtig ist, dass wir vorbereitet sind und ein Planungsszenario in der Tasche haben", betonte Hellmann auf Nachfrage von fussball.news: "Was wir uns wünschen und träumen spielt dabei keine Rolle."

Politik und Behörden entscheiden

Die letzte Entscheidung liege bei den Behörden und der Politik: "Es ist kein Wunschkonzert der Bundesligisten, sondern die Frage nach der Machbarkeit. Wo stehen wir, was die Ausbreitung der Pandemie angeht?" Es gebe Regeln, "die im sozialen und gesellschaftlichen Zusammenleben gelten." Dies sei der "Ausgangspunkt" aller Diskussionen, an dem es sich zu richten gelte.

Eintracht bereitet sich vor

Doch für diesen Tag X müsse vorgesorgt werden: "Wenn wir uns erst eine Woche vor dem Bundesligastart orientieren und keinen Plan haben, dann gibt es ein Chaos hoch zehn." Ob Einlasskontrollen, öffentlicher Nahverkehr, Rahmenprogramm, Hygiene- und Abstandskonzepte oder personalisierte Tickets: Die Liste der Aufgaben ist lang.

"Unsere größte Herausforderung"

"Ich bin ja jetzt schon seit 19 Jahren in diesem Verein. Wir wissen, was die Eintracht schon durchgemacht hat. Aber das jetzt ist unsere größte Herausforderung", sagte Hellmann: "Wir brauchen einen guten Plan. Wann er umgesetzt wird? Darüber haben andere zu entscheiden." Am 18. September soll die neue Saison 2020/21 starten.

Frage nach Teileinlass spaltet die Fans

Die Fans jedenfalls sind bei der Frage nach einem Teil-Einlass von Zuschauern gespalten. "Alle oder keiner" lautet die emotional geführte Diskussion. Die einen verweisen auf die finanziellen Nöte der Klubs, die jeden Euro bräuchten. Andere sehen die Fußball-Kultur, wie sie sie im Stadion kannten, als gefährdet an. Wird es in den Blöcken jemals wieder so sein wie vor der Pandemie? Die Eintracht muss sich geschickt zwischen den Linien der Politik, Gesundheitsämtern und Fangruppen bewegen.

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Christopher Michel  
03.08.2020